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Das Gutachten

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Das Gutachten

Das Gutachten

Nach einem Schadensfall gibt es gegenüber dem Versicherer oder dem Schädiger häufig zwei Probleme der richtigen Schadensgeltendmachung:

  • Schaden dem Grunde nach
  • Schaden der Höhe nach

Spielt sich auf dem ersten Punkt (dem Grunde nach) oft eine sehr juristische Thematik ab, so kommen im zweiten Part (der Höhe nach) Zahlen ins Spiel. Diese Zahlen stellen die Höhe der möglichen und berechtigten Forderung dar. Da niemand gerne bereit ist eine überhöhte Summe zu zahlen oder sich mit einer zu niedrigen Summe abspeisen zu lassen, bedarf es einer objektiven Grundlage: Einem Gutachten.

Kostenvoranschlag vs. Gutachten

Ein Kostenvoranschlag gibt in den meisten Fällen nur Auskunft über die Höhe der möglichen Reparaturkosten. Hierbei fehlen aber gerade bei Haftpflichtschäden umfangreiche Angaben z.B. zur Wertminderung, zum Nutzungsausfall usw.

Ein Gutachten geht also viel exakter auf den konkreten Schadensumfang ein, als ein Kostenvoranschlag es tun kann und darf.

Was ist ein Gutachten?

Das Gutachten ist ein vom Sachverständigen begründetes Urteil über eine Zweifelfrage, in welchem Darstellungen von Erfahrungssätzen und Schlussfolgerungen für die Beurteilung eines Geschehens oder Zustands enthalten sind.

Qualifizierte Gutachter stellen bei Sachfragen zunächst die Tatsachen fest und ziehen danach gegeben falls Schlussfolgerungen. Diese werden dann möglichst nachvollziehbar und für einen Nichtfachmann verständlich formuliert. Gutachten müssen für einen Laien verständlich und für einen Fachmann vollständig nachvollziehbar sein.

Ein Gutachten beinhaltet eine allgemeine Beurteilung eines Sachverhalts und ist somit bei größeren Schäden essentiell für die weitere Schadenbearbeitung. Der Sachverständige erstattet in der Regel Befunde, Gutachten oder gutachtliche Stellungnahmen.

Bei KFZ Schadensfällen können Gutachten sowohl bei Haftpflicht, als auch bei Kaskoschäden notwendig sein.

Besonderheit Haftpflichtschaden:

Bei einem Haftpflichtschaden liegt immer eine Schädigung durch einen Dritten vor. Ist Ihnen jemand in das Fahrzeug gefahren, so haben Sie das Recht den möglichen Schaden selbst durch einen Gutachter ermitteln zu lassen. Da der Gutachter selbst auch durch den Schädiger bezahlt werden muss, tritt oft eine Diskussion darüber auf, ab wann ein Gutachter zu einem Schadensfall hinzugezogen werden sollte. Die Rechtsprechung sieht hier die Notwendigkeit einer Kostenübernahme bei Bagatellschäden sehr kritisch. Daher ist es sinnvoll erst ab einer Schadenssumme in Höhe von ca. 1.500- 2.000 € Netto ein Gutachter zu beauftragen. Konkrete Details sollten dann aber auch immer mit einem Rechtsanwalt besprochen werden.

Besonderheit Kaskoschaden:

Bei einem Kaskoschaden darf ein Gutachten im ersten Schritt nicht von Ihnen in Auftrag gegeben werden. Dem Versicherer steht viel mehr das Recht zu, einen Gutachter, meist einen aus den eigenen Reihen zu beauftragen. Idealerweise sollten Sie daher bei einem Eigenschaden zuerst in eine Werkstatt fahren und sich dort einen Kostenvoranschlag einholen. Diesen können Sie dem Versicherer dann einreichen und ihn um Freigabe bitten. Gibt der Versicherer nicht frei, so wird er sicherlich einen Gutachter beauftragen.

Beispielhaft möchten wir an folgendem Bild die wichtigsten Positionen eines Gutachtens erklären:

© STC Research

1.  Abzüge zur Wertverbesserung

Laut § 249 BGB ist die wirtschaftliche Gesamtlage des Geschädigten vor dem Schadenereignis wiederherzustellen. Es soll weder ein Nachteil noch ein Vorteil entstehen. Der Abzug für Wertverbesserung ist im Haftpflichtfall auf das gesamte Fahrzeug und nicht nur auf das entsprechende Fahrzeuganbauteil zu betrachten. Die Prüfung einer möglichen Wertsteigerung durch Instandsetzung des Fahrzeuges ist notwendig. Eine Werterhöhung wird durch einen entsprechenden Minderwert wieder in Abzug gebracht werden.

Abzüge auf einzelne Fahrzeugteile, dürfen nur vorgenommen werden, wenn diese Teile konkrete Vorbeschädigungen (Altschaden) aufweisen oder aufgrund von Verschleißschäden demnächst hätten erneuert werden müssen.

2.  Wertminderung

Eine Wertminderung entsteht, wenn infolge eines erstattungsfähigen Schadens, die versicherte Sache einen geringeren Verkaufserlös erzielen kann, als die versicherte Sache ohne Vorschaden.

3.  Reparaturdauer

Es ist wichtig die voraussichtliche Reparaturdauer in einem Haftpflichtgutachten für die Ermittlung der Nutzungsausfallentschädigung, der Vorhaltekosten bzw. der Länge der Mietdauer anzugeben.

Die Reparaturdauer berücksichtigt den Zeitaufwand, der für die fachgerechte Beseitigung des Unfallgeschehens erforderlich ist.

4.  Wiederbeschaffungswert

Unter dem Wiederbeschaffungswert versteht sich der Beitrag, welchen man für ein gleichartiges und gleichwertiges Fahrzeug aufbringen muss.

Es hilft dabei sich zu entscheiden, ob die Reparatur des beschädigten Gegenstands wirtschaftlich lohnenswert ist oder nicht.

Beispiel: Kfz-Schaden

Bei einem eingetretenen Kfz-Schadenfall fordern die meisten Versicherer ein Gutachten an bzw. schicken einen eigenen Gutachter raus, um den Schaden zu begutachten. Dieser erstellt daraufhin ein neutrales, unabhängiges und nachvollziehbares Gutachten.

Der Wiederbeschaffungswert berücksichtigt hierbei alle relevanten Daten wie das Datum der Erstzulassung, die Laufleistung, die Anzahl der Vorbesitzer, den festgestellten Fahrzeugzustand etc., sowie im Wesentlichen alle übrigen, den Wert des Fahrzeugs beeinflussenden Faktoren.

Das Gutachten, mit all diesen beinhalteten Daten, wird vom Gutachter an den Versicherer und Versicherungsnehmer weitergegeben. Die Versicherung erteilt nach Prüfung dieses Gutachtens die Reparaturfreigabe. Daraufhin kann der Schaden in vorgegebener oder eigen ausgewählter Werkstatt behoben werden.

Der Wiederbeschaffungswert unterscheidet sich vom Zeitwert (Wert, der beim Verkauf des Fahrzeugs erzielt werden würde). Grundsätzlich liegt der Wiederbeschaffungswert über dem Zeitwert, da ein eventueller Gewinn durch Zwischenhändler etc. erzielt werden kann (z.B. Oldtimer). Dieser wird von einem Sachverständigen jeweils individuell ermittelt.

5.  Wiederbeschaffungsdauer

Die voraussichtliche Wiederbeschaffungsdauer gibt die Zeit an, die in der Regel ausreichend ist um ein vergleichbares Fahrzeug für das alte, unfallbeschädigte zu beschaffen.

Bei Gebrauchtwägen ist eine Wiederbeschaffungsdauer von 10-15 Tagen ausreichend um für das alte unfallbeschädigte Fahrzeug, ein vergleichbares zu finden.

6.  Restwert

Der Restwert wird nach einem ereigneten Unfall vom Zeitwert abgezogen, um die Summe zu ermitteln, welche dem Versicherungsnehmer als Leistung des Versicherers zusteht.

Darunter versteht sich der Betrag, den der Geschädigte durchschnittlich für sein beschädigtes Fahrzeug im unreparierten Zustand, auf dem ihm zugänglichen allgemeinen regionalen Markt erzielt.

Definition: Restwertbörse

Die Restwertbörse ist eine Auktionsplattform im Internet, auf der z.B. beschädigte Kraftfahrzeuge zum Kauf angeboten werden und professionelle Restwertankäufer in einem Auktionsverfahren Ankaufgebote abgeben.

Versicherungsunternehmen stellen bei Kfz-Schäden, welche voraussichtlich als Totalschaden abzurechnen sind, das Schadengutachten sowie die dazugehörigen Bilder auf die Auktionsplattform und erhalten so nach Ende der Auktionsfrist die konkreten Ankaufangebote der Aufkäufer.

Diese Angebote leiten sie dem Geschädigten zu, um nachzuweisen, wie hoch der Marktpreis für das verunfallte Fahrzeug konkret ist und bei wem der Restwert realisiert werden kann.

Ist das Fahrzeug noch nicht verkauft, kann der Geschädigte, sollte er das Angebot nicht wahrnehmen und das verunfallte Fahrzeug zu einem niedrigeren Preis verkaufen, sich dann den über die Restwertbörse nachgewiesenen höheren Restwert entgegenhalten lassen.

Wenn Sie Fragen zu einem Gutachten haben, können Sie sich gerne mit uns und unseren Rechtsanwälten in Verbindung setzen.

Haben Sie einen Kfz-Schaden, dann melden Sie diesen unter folgendem Link.

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By |Januar 25th, 2019|Allgemein|0 Comments