Dienstunfähigkeit –

Gesichert bis zur Rente.

Bild Dienstunfähigkeit

© RAM, Adobe Stock

Vor Krankheiten und Unfällen kann sich niemand absolut schützen – und damit auch nicht vor Dienstunfähigkeit. Vor den finanziellen Folgen aber schon. Dabei ist besonders für junge Beamte eine Absicherung wichtig. STC erklärt Ihnen, was Dienstunfähigkeit bedeutet und wie Sie sich am besten schützen können.

1. Was ist Dienstunfähigkeit?

Falls ein*e Beamter*in aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft unfähig ist, die dienstlichen Pflichten gegenüber dem Dienstherrn zu erfüllen, gilt er*sie als dienstunfähig.

Nach dem Bundesbeamtengesetz gilt:

§ 44 Abs. 1 BBG, Dienstunfähigkeit

„(1) Die Beamtin auf Lebenszeit oder der Beamte auf Lebenszeit ist in den Ruhestand zu versetzen, wenn sie oder er wegen des körperlichen Zustandes oder aus gesundheitlichen Gründen zur Erfüllung der Dienstpflichten dauernd unfähig (dienstunfähig) ist. Als dienstunfähig kann auch angesehen werden, wer infolge Erkrankung innerhalb von sechs Monaten mehr als drei Monate keinen Dienst getan hat, wenn keine Aussicht besteht, dass innerhalb weiterer sechs Monate die Dienstfähigkeit wieder voll hergestellt ist. In den Ruhestand wird nicht versetzt, wer anderweitig verwendbar ist.“

2. Wie sieht die Versorgung bei Dienstunfähigkeit aus?

2.1 Staatliche Absicherung: Das Ruhegehalt

Beamte, Richter*innen und Berufssoldat*innen haben in Deutschland grundsätzlich Anspruch auf Ruhegehalt, wenn sie mindestens fünf Jahre Dienstzeit zurückgelegt haben. Beamte auf Probe und Beamte auf Widerruf fallen in aller Regel nicht in diese Kategorie.

Die Höhe des Ruhegehalts errechnet sich auf Basis der Ruhegehaltsfähigen Bezüge, in der Regel das Grundgehalt der Besoldungsgruppe und Dienstaltersstufe, in der sich der Beamte zuletzt befunden hat. Diese werden zu einem Prozentsatz weitergezahlt, der sich wiederum aus der Anzahl der Dienstjahre und der Kennzahl 1,79375% errechnet. Der Prozentsatz beträgt mindestens 35 und höchstens 71,75%. Der Höchstsatz ist nach vierzig Jahren Dienstzeit erreicht.

Ruhegehaltsfähige Bezüge x (Dienstjahre x 1,79375%) = Ruhegehalt

Beispiel

Camillas letzte Bezüge betrugen 5000€. Sie war dreißig Jahre verbeamtet, bevor sie dienstunfähig wurde. Ihr Ruhegehalt errechnet sich also wie folgt:

30 Dienstjahre x 1,79375% = 53,8125% ihrer ruhegehaltsfähigen Bezüge. Diese Zahl liegt über 35% und unter 71,75%, wird also zur Berechnung angesetzt.

Camilllas Ruhegehalt beträgt also:

53,8125% von 5000€ = 2.690,63€.

Dies ist eine vereinfachte Darstellung. Einen Ruhegehaltsrechner, der auch Faktoren wie Versorgungsabschlag, Scheidung und die Art der Dienstunfähigkeit beachtet, finden Sie bei der Bayerischen Versorgungskammer.

Schon aus den Grundvoraussetzungen ergibt sich, dass das Ruhegehalt immer deutlich unter dem letzten bezogenen Gehalt liegt – im besten Fall bei 71,75%, im schlimmsten nur bei 35%. Je weniger Jahre ein*e Beamter*in gearbeitet hat, umso größer ist das Risiko, dass sich der eigene Lebensstandard bei Dienstunfähigkeit nicht halten lässt.

Eine Alternative bietet die sogenannte Dienstunfähigkeitsversicherung.

2.2 Die Dienstunfähigkeitsversicherung

Eigentlich handelt es sich bei dem, was landläufig „Dienstunfähigkeitsversicherung“ genannt wird, lediglich um eine private Berufsunfähigkeitsversicherung: Der Betrag, der bei Dienstunfähigkeit gezahlt wird, wird vertraglich festgelegt und dann, unabhängig von der abgeleisteten Dienstzeit, ausgezahlt. Der große Unterschied – und das, worauf Sie als Versicherungsnehmer achten sollten – ist die Dienstunfähigkeitsklausel: Diese besagt, dass der Versicherungsnehmer*die Versicherungsnehmerin als Versicherungsberechtigt angesehen wird, sobald der Dienstherr ihn*sie als Dienstunfähig erklärt. Die Versicherung verzichtet also darauf, in diesem Fall eingehend zu prüfen, ob eine mindestens 50%-ige Berufsunfähigkeit vorliegt. Diese Klausel ist wichtig für Beamte, da eine Dienstunfähigkeit schon bei einem niedrigeren Grad an Berufsunfähigkeit möglich ist.

3. Wie sichere ich meine Arbeitskraft am besten ab?

Auf diese Frage gibt es natürlich keine allgemeingültige Antwort. Sind Sie schon seit langem verbeamtet, ist es für Sie vielleicht gar nicht nötig, eine private Versicherung abzuschließen. Gerade bei jungen Beamten, Anwärter*innen oder Beamten auf Probe ist eine Absicherung wichtig – aber natürlich ist sie auch immer eine Kostenfrage.

Worüber Sie sich in jedem Fall im klaren sein sollten, ist, dass eine staatliche Absicherung sich an dem orientiert, was Sie zuletzt verdient haben – und in der Regel deutlich darunter liegt. Prüfen Sie also zunächst, was Sie im Falle einer Dienstunfähigkeit noch als Rente erhalten würden, und entscheiden Sie auf Basis dessen, ob Sie eine private Versicherung abschließen möchten. Bei dieser und allen weiteren Entscheidungen für Ihre Zukunft stehen wir von STC Ihnen gern zur Seite. Melden Sie sich bei uns, telefonisch oder via Kontaktformular – unverbindlich und kostenlos.

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