Private Erwerbsunfähigkeitsversicherung –

eine Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung?

Bild Dienstunfähigkeit

© RAM, Adobe Stock

Was tun, wenn das Arbeiten nicht mehr möglich ist? Für die finanzielle Absicherung dieses Szenarios gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die umfassendste Sicherheit bietet die Berufsunfähigkeitsversicherung, diese ist damit aber auch am teuersten. Eine preisgünstigere Alternative, die besonders für körperlich Berufstätige oder gesundheitlich vorbelastete Menschen geeignet ist, bietet die private Erwerbsunfähigkeitsversicherung.

1. Was ist Erwerbsunfähigkeit?

Als erwerbsunfähig bzw. erwerbsgemindert gilt eine Person, die aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls nicht mehr in der Lage ist, ihrer Arbeit nachzugehen und damit ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Das Gesetz unterscheidet dabei klar zwischen voller und teilweiser Erwerbsunfähigkeit:

43 SGB VI Teilweise Erwerbsminderung:

„Teilweise erwerbsgemindert sind Versicherte, die wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit außerstande sind, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens sechs Stunden täglich erwerbstätig zu sein.

§ 43 SGB VI Volle Erwerbsminderung:

„Voll erwerbsgemindert sind Versicherte, die wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit außerstande sind, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens drei Stunden täglich erwerbstätig zu sein“

 

1.1 Leistungen der privaten Absicherung

Im Leistungsfall wird die vorher vereinbarte monatliche Rente ausgezahlt. Da die gesetzliche Erwerbsminderungsrente nur ca. 16 % bei teilweise Erwerbsgeminderten und 32 % bei voll Erwerbsgeminderten leistet, entsteht ohne private Absicherung eine große Versorgungslücke. Diese kann durch eine private Erwerbsunfähigkeitsrente geschlossen werden.

LeistungenPrivErwerbsunfhigkeitsrente

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1.2 Für wen ist die private Erwerbsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

Ganz klar: Für jede*n aktuell oder zukünftig Berufstätige*n, für den*die die Beiträge einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) zu hoch sind oder der*die von Versicherern für eine solche abgelehnt wurde.

Darunter fallen auch Selbstständige, da für diese eine sinnvolle Absicherung aufgrund der sogenannten „Umorganisationsklausel“ meist nicht möglich ist. Dies rifft besonders oft auf Menschen in handwerklichen Berufen zu, da die Beiträge für Handwerker*innen meistens in keinem Verhältnis zum Verdienst stehen (siehe Grafik).

Was ist die Umorganisationsklausel?

Der Versicherer prüft bei Leistungsanträgen von Selbstständigen, ob durch eine zumutbare Umorganisation der Arbeitsabläufe innerhalb des Betriebs der Beruf weiter ausgeführt werden könnte. In den Versicherungsbedingungen könnte diese beispielsweise wie folgt aussehen:
„Berufsunfähigkeit liegt nicht vor, wenn die versicherte Person in zumutbarer Weise weiterhin als Selbstständiger nach wirtschaftlich angemessener Umorganisation innerhalb seines Betriebs tätig sein könnte. Eine Umorganisation ist beispielsweise regelmäßig dann zumutbar, wenn

  • der versicherten Person die Stellung als Betriebsinhaber erhalten bleibt,
  • erheblicher Kapitaleinsatz nicht erforderlich ist und
  • keine erheblichen Einkommenseinbußen damit verbunden sind.“ 

Die Unterschiede der Monatsbeiträge für eine Berufsunfähigkeitsversicherung nach Berufsgruppen:

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© STC Research, Quelle: Franke & Bornberg

Eine private Erwerbsunfähigkeitsversicherung kostet meist nur 65 – 70,- €.

 

2. Erwerbsunfähigkeit als Alternative zur Berufsunfähigkeit?

Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EU) und die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) haben den gleichen Leistungsauslöser: Den Verlust Ihrer Arbeitskraft. Allerdings unterscheiden sie sich in zwei entscheidenden Stellen: Berufsbezug und dem Leistungsfall.

© STC Research

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Die Unterschiede zeigen: Der Leistungsauslöser der Erwerbsunfähigkeit ist weitaus schwieriger zu erreichen als der der Berufsunfähigkeit. Im Falle der Erwerbsunfähigkeit erschwert besonders der mögliche Verweis auf andere Berufe den Leistungserhalt.

 

3. Warum zusätzlich eine private Absicherung?

„Die staatliche Vorsorge reicht schon aus“ ist eine weit verbreitete Annahme, die leider nicht der Wahrheit entspricht. Laut dem deutschen Versicherungsbund betrug im Jahr 2019 die durchschnittliche Rentenhöhe bei voller Erwerbsminderung nur etwa 748,- €. Ausschlaggebend für den Anspruch auf gesetzliche Sicherung ist das Alter. Vor 1961 Geborene erhalten die Erwerbsminderungsrente, wenn sie in ihrem erlernten oder einem gleichwertigen Beruf nicht mehr arbeiten können. 1961 oder später Geborene erhalten die volle Erwerbsminderungsrente nur, wenn sie in keinem Beruf mehr als drei Stunden täglich arbeiten können.

  • Die volle Erwerbsminderungsrente beträgt meist weniger als ein Drittel des letzten Bruttogehalts.
  • Wer drei bis sechs Stunden am Tag arbeiten kann, bekommt meist nur eine halbe Erwerbsminderungsrente.
© STC Research

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4. Ihr persönliches Angebot

Sie haben Fragen bezüglich der Grundfähigkeitsversicherung oder wünschen ein konkretes Angebot? Dann füllen Sie einfach das folgende Formular aus, gerne setzen wir uns schnellstmöglich mit Ihnen in Verbindung – einfach und kostenfrei.

    Ihr Name: (Pflichtfeld)

    Ihre E-Mail-Adresse: (Pflichtfeld)

    Ihr Geburtsdatum: (Pflichtfeld)

    Wie ist Ihr aktuelles Beschäftigungsverhältnis (Azubi, Angestellter, Selbstständig, Beamter,...)(Pflichtfeld)?

    Welchen Beruf üben Sie konkret aus (Pflichtfeld)?

    Möchten Sie uns etwas Besonderes mitteilen (Vorerkrankungen, bereits bestehende Absicherungen, konkrete Fragen usw.?)

    Untersuchungsberichte oä. können Sie gerne hier hochladen: