Wie alles begann –

Eine kurze Geschichte der Börse(n).

Die Finanzwelt ist geprägt von schnellen Entwicklungen. Gerade im 21. Jahrhundert halten künstliche Intelligenz, Kryptowährungen und unzählige weitere Innovationen die Welt in Atem. Doch wie hat es eigentlich angefangen? STC gibt einen Überblick.

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1. Die ersten Börsen

Handel selbst gab es bereits in der Steinzeit. Doch erst im späten Mittelalter entstanden Wertpapiere: Da zunehmend international gehandelt wurde und Händler oft weit voneinander entfernt waren, wurde der „Wechsel“ erfunden. Das war ein Schuldschein, der den Unterzeichnenden dazu verpflichtete, eine bestimmte Summe an den Inhaber des Papiers zu zahlen. Da diese Schuldscheine nicht an die Person des Gläubigers gebunden waren, erleichterten sie den Zahlungsverkehr.

Im 12. Jahrhundert begannen Kaufleute, mit den Schuldscheinen selber Handel zu betreiben. Doch bis zur Gründung der ersten Börse dauerte es noch zweihundert Jahre: Im frühen 15. Jahrhundert entstand auf dem Platz „Ter Beurse“ in Brügge der erste zentrale Handelsplatz für Handels- und Wechselgeschäfte.

Nach Brügge folgten weitere Börsen in Europa. Da es keine einheitlichen Währungen oder Wechselkurse gab, war der Geld- und Wertpapierhandel völlig frei, was Raum für Betrügereien bot. Im Jahr 1585 wurde schließlich mit der Frankfurter Wertpapierbörse die erste regulierte Börse mit festen Wechselkursen gegründet. Diese wurden in den folgenden Jahren regelmäßig aktualisiert.

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2. Der Ursprung der Aktie

Wertpapiere gab es nun – doch die Aktie musste erst noch erfunden werden. Das taten im 18. Jahrhundert große Handelsgesellschaften: Allen voran die englische East India Company und die Vereinigte Holländische Ost-Indische Kompanie. Sie waren die ersten, die sogenannte Wagnisgesellschaften gründeten, von denen wiederum Anteilsscheine ausgegeben wurden: Anleger beteiligten sich also mit Geld an den Geschäften der Kompanie in Ostasien und erhielten dafür einen Anspruch auf das, was die Kompanie erwirtschaften würde. Dieser neue Finanzierungsansatz machte die beiden Kompanien zu zuvor nie dagewesenen Wirtschaftsmächten. Gerade die Britische East India Company würde noch bis ins 19. Jahrhundert hinein bedeutende Macht auf die Wirtschaft, aber auch die Politik Indiens ausüben. Eine Art Entsprechung zum Anteilsschein gab es übrigens in Preußen bereits seit 1477 in Form der Kuxe: Dies waren Anteile an Bergwerken, mit denen ebenfalls Handel getrieben wurde.

Die Börse zwischen 1700 und 1900: Ein Abriss

In den folgenden Jahrhunderten entstanden an weiteren Orten Börsen, fusionierten zu nationalen Unternehmungen, gewannen und verloren an Bedeutung und wurden mehr und mehr reguliert. Diese Regulierung kam allerdings durch die Händler selbst zustande: Der Staat hielt sich in den meisten Fällen aus Börsenbelangen heraus. Erst im 18. und 19. Jahrhundert gewannen auch staatliche Banken an Bedeutung: Durch die industrielle Revolution in Europa spielten diese eine große Rolle u.A. beim Eisenbahnbau.

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3. Das zwanzigste Jahrhundert: Crashes und Computer

Im zwanzigsten Jahrhundert wurde die Börse für Privatanleger interessant. Das brachte Chancen, aber auch Risiken mit sich: Man denke an die Roaring Twenties und die Great Depression. Im späten zwanzigsten Jahrhundert schließlich begann erstmals die gemeinsame Geschichte von Finanzen und digitaler Technologie.

3.1 Der Börsencrash von 1929

In den zwanziger Jahren bildete sich in den USA eine Spekulationsblase: Die Aktienkurse stiegen stärker und konstanter an als je zuvor, was zahlreiche Unternehmen und Privatanleger dazu brachte, an der Börse zu investieren. Aktien galten als eine Sicherheit und wurden bei Banken hinterlegt; außerdem nahmen viele Anleger Kredite auf, um Aktien zu kaufen. Da es der amerikanischen Wirtschaft so gut ging, gingen sie davon aus, sie könnten die Aktien später mit Gewinn verkaufen.

Doch die Aktienkurse stiegen nicht ewig. Im Oktober 1929 begann der Dow Jones zu sinken und unter den Anlegern brach Nervosität aus. Im Laufe des Monats sank der Dow Jones immer weiter und nach und nach begannen Investoren, zu immer niedrigeren Preisen zu verkaufen, um ihre Aktien irgendwie loszuwerden. Zugleich akzeptierten Banken Aktien nicht länger als Sicherheit und forderten ihr Geld von Schuldnern zurück. Am Black Tuesday, dem 29. Oktober 1929, brach der Handel vollständig zusammen; der Dow Jones sank schneller als je zuvor.

Was ist eigentlich der Dow Jones?

Der Dow Jones – eigentlich: Dow Jones Industrial Average – ist der wichtigste und älteste Leitindex für die amerikanische Wirtschaft. Er listet die 30 wichtigsten amerikanischen Aktiengesellschaften, darunter heute Apple, Coca-Cola und Walt Disney. Im Gegensatz zum DAX ist der Dow Jones preisgewichtet. Er ist zudem ein Kursindex, sodass sich jährliche Ausschüttungen, z.B. in Form von Dividenden, auf den Indexwert auswirken können.

Preisgewichtet? Kursindex? Mehr zum Thema Aktienindize finden Sie hier.

In den folgenden Tagen und Wochen weitete sich die Krise auf den Rest der Welt aus – viele europäische Unternehmen und Länder hatten noch Schulden in den USA, die nun zurückverlangt wurden. In Amerika und Europa gingen Unternehmen bankrott, die Arbeitslosigkeit stieg. Das Vertrauen der Bevölkerung in Banken war nachhaltig geschädigt. Deutschland, das zusätzlich hohe Kriegsschulden aus dem Versailler Vertrag zu begleichen hatte, wurde von der Weltwirtschaftskrise, die auf den Black Tuesday folgte, am zweitstärksten getroffen.

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3.2 Die digitale Revolution

Im späten zwanzigsten Jahrhundert fand die nächste technische Revolution statt: Computer wurden kleiner und leistungsstärker, das Internet entstand. Diese Entwicklungen wirkten sich auch auf die Börse aus. 1971 eröffnete die erste rein elektronische Börse der Welt: Der NASDAQ in New York City. Zugleich begannen mit dem fortschreitenden technischen Wandel neue Wirtschaftszweige (die New Economy): Informationstechnologie bot nie dagewesene Möglichkeiten für Unternehmer wie Verbraucher.

Der neue Erfolg des Internets zeigte sich deutlich in den neunziger Jahren, als Millionen von Menschen in Websites und Onlineprodukte investierten: Es entstand die sogenannte Dotcom-Blase. Doch viele der damals börsennotierten Unternehmen waren dem Erfolgsdruck nicht gewachsen: Erneut kam es zu einem Börsensturz, als sich abzeichnete, dass der versprochene Gewinn für viele der Unternehmen ausbleiben würde. Wieder verloren viele Kleinanleger ihre Investitionen, viele New Economy-Unternehmen gingen pleite.

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4. Und jetzt? – Innovationen des 21. Jahrhunderts

Das Internet ist inzwischen kaum noch Neuland. Dennoch steckt digitale Technologie – auf die wahrscheinliche Zukunft gerechnet – noch in den Kinderschuhen. Auch Finanztechnologie entwickelt sich stetig weiter. Zu den Finanzinnovationen, die derzeit aktuell sind, gehören:

4.1 Krypto-Währungen

Crypto Currencies sind digitale Währungen, in die genau so investiert werden kann wie in jede andere Währung. Dabei existieren die Märkte ausschließlich digital. Mithilfe von Blockchain-Technologie soll sich das Finanzsystem einer Kryptowährung selbst regulieren. Vom Gesetz bleiben diese Vorgänge derzeit noch relativ unberührt: In Deutschland wird z.B. der Bitcoin zwar als Werteinheit anerkannt, nicht aber als Zahlungsmittel.

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4.2 Künstliche Intelligenz und algorithmischer Handel

Auch im Kapitalmarkt macht die moderne Technik es möglich, große Datenmengen in Rekordzeit zu verarbeiten. Die so gewonnenen Informationen werden genutzt, um Vorhersagen zu treffen und Investments auf eine Art und Weise zu kontrollieren, die bisher nicht möglich war: Automatisierter oder algorithmischer Handel ist Handel, der nicht mehr von Menschen, sondern voll und ganz durch Computerprogramme durchgeführt wird. Hochfrequenzhandel beschreibt Technologien, die es möglich machen, Aktien in Rekordzeit zu kaufen und zu verkaufen.

Doch diese Innovationen bieten nicht nur Chancen, sondern auch Risiken: Sogenannte Flash Crashes kommen vor, wenn ein plötzlich sinkender Börsenkurs dazu führt, dass Algorithmen in rasender Geschwindigkeit massenweise Aktien abstoßen, was dazu führt, dass der Kurs rapide immer weiter sinkt.

Mehr zu finanztechnologischen Innovationen erfahren Sie unter Fintech und Prognosemärkte.

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5. Die STC-Anlagenberatung

Die STC Vermögensberatung steht Ihnen in allen Fragen rund um Ihre Finanzanlagen zur Seite. Füllen Sie einfach das untenstehende Formular aus und vereinbaren Sie einen Gesprächstermin – unverbindlich und kostenlos.

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