In Deutschland werden täglich etwa 3000 Leitungswasserschäden den Versicherern gemeldet. Die Gründe für das Entstehen eines solchen Schadens sind ganz verschieden, wie z.B. ein geplatztes Heizungsrohr oder Starkregen. Die Versicherer sprechen jedoch nur von einem Leitungswasserschaden, wenn Wasser an einem Ort austritt, an dem es nicht austreten darf. Das heißt allerdings, dass dies keine Schäden durch Überschwemmungen, Löschwasser oder Rückstau von Regenwasser abdeckt.

1. Welche Versicherung übernimmt den Leitungswasserschaden?

Die Gründe für einen Leitungswasserschaden bestimmen, welche Versicherung für den Schaden aufkommt.

Gebäudeversicherung:

Die Gebäudeversicherung kommt für den Schaden auf, wenn es feste Installationen am oder im Bauwerk des Hauses oder der Wohnung betrifft. Es werden also die Kosten für die Reparatur und Instandsetzung, die das Gebäude selbst und die festen Installationen, übernommen. Das kann z.B. ein Durchnässungsschaden sein, der durch einen bestimmungswidrigen Wasseraustritt aus Ableitungsrohren der hauseigenen Versorgung, entstanden ist. Schäden, die an Installationen zusammenhängend mit Leitungswasser, können durch Frost entstehen. Dies übernimmt ebenfalls die Gebäudeversicherung. In diesen Fällen übernimmt der Versicherer die Kosten für Trocknung, Reparatur und Sanierung am Bauwerk und Leckageortung.

Hausratversicherung:

Die Hausratversicherung muss für den Folgeschaden an Mobiliar und sonstige betroffene Einrichtungsgegenstände übernehmen, die durch den Wasseraustritt entstanden sind. Es geht also nicht um den bestimmungswidrigen Wasseraustritt, wie bei der Gebäudeversicherung, sondern um die Auswirkungen des Wasseraustritts auf das Mobiliar. Dies beinhaltet nicht nur Leitungswasser das innerhalb des Hauses austritt, als auch Leitungswasser, welches von außen in die Wohnung eindringt.

Privathaftpflicht:

Die Privathaftpflicht leistet nicht direkt für Leitungswasserschäden. Voraussetzung für eine Einstandspflicht der Privathaftpflicht ist, dass ein begründeter Anspruch wegen Tun oder Unterlassen gegenüber den mitversicherten Personen erhoben wird. Dies wäre zum Beispiel der Fall wenn durch ein grobfahrlässiges Tun oder Unterlassen ein Leitungswasserschaden eintritt. Da der Gebäude- und Hausratversicherer in den meisten Fällen eine Entschädigung nach den Neuwerten vorsieht und eine Haftpflicht nur einen Zeitwertanspruch erstattet, macht es auch Sinn, zuerst den Sachversicherer zu kontaktieren- dieser könnte sich dann über ein Regressverfahren bei dem Verursacher und dessen Haftpflicht melden.

2. Verhalten bei einem Leitungswasserschaden

Wenn Sie bemerken, dass ungewollt Wasser austritt, muss umgehend der Haupthahn abgedeht werden, um den Schaden zu vermindern. Im nächsten Schritt muss Ihre Versicherung und Ihr Versicherungsberater eingeschaltet werden. Diese wird einen Leckortungsdienst anfordern, welcher dann feststellt, wo das Wasser ausgetreten ist. Als nächstes schickt die Vesicherung einen Sachverständiger vor Ort. Nachdem der Schaden vom Sachverständigen  geprüft wurde, gibt der Sachverständiger die Rechnung frei und der Schaden kann repariert werden. Die Rechnung kann nun an die Versicherung geschickt werden, welche die Kosten daraufhin übernimmt.

3. Wann ist der Versicherungsschutz eingeschränkt?

Die klassische Wohngebäudeversicherung deckt Schäden im Haus, die auf Leitungswasser zurückzuführen sind. Es gehört zu den Standardleistungen einer Wohngebäudeversicherung und ist oftmals schon in den Basis- und Einsteigertarifen enthalten. Jedoch ist dies mit Vorsicht zu bedenken, da die Versicherer es sich vorbehalten, welche Leitungen mitversichert sind. Dabei ist entscheidend, wo das Wassern ausgetreten ist. Leitungen, welche außerhalb des Grundstücks liegen, müssen mit Zusatzklauseln abgesichert werden. Dies kann in manchen Fällen auch für Leitungen gelten, die sich auf dem Grundstück liegen. Daher sollten die Vertragsunterlagen genaustens geprüft werden.

Versicherungsnehmer erleben oft ein böses Erwachen, wenn die Versicherung die Kosten für den Leitungswasserschaden nicht übernimmt. Die Ablehnungen können dann begründet sein, wenn der eine mögliche Gefahrenerhöhung nicht an den Versicherer mitgeteilt wird, oder wenn die Prämie nicht gezahlt ist.

Weitere mögliche Risiken können sein:

Problem Leerstand:

Ist das Objekt leerstehend, zum Beispiel auch wegen einem längeren Urlaub, so ist es wichtig diese Gefahrenerhöhung an den Versicherer mitzuteilen. Der Versicherer hat das Recht für den Zeitraum der Gefahrenerhöhung einen Risikozuschlag oder sogar eine Kündigung auszusprechen, sofern das Risiko für Ihn unter regulären Voraussetzungen nicht versicherbar ist.

Kommt es dennoch zu einem Schadensfall, so beruft sich der Versicherer oft begründet auf § 26 VVG:

(1) Tritt der Versicherungsfall nach einer Gefahrerhöhung ein, ist der Versicherer nicht zur Leistung verpflichtet, wenn der Versicherungsnehmer seine Verpflichtung nach § 23 Abs. 1 vorsätzlich verletzt hat. 2Im Fall einer grob fahrlässigen Verletzung ist der Versicherer berechtigt, seine Leistung in einem der Schwere des Verschuldens des Versicherungsnehmers entsprechenden Verhältnis zu kürzen; die Beweislast für das Nichtvorliegen einer groben Fahrlässigkeit trägt der Versicherungsnehmer.

Unbedingt sollte bei einer längeren Abwesenheit neben der Information an den Versicherer, natürlich auch alles Unternehmen werden um einen möglichen Schadensfall zu verhindern. Zum Beispiel sollten die Hauptleitungen abgedreht werden. Im Winter wiederum, sollte ein regelmäßiges heizen erfolgen, damit die Rohre nicht zufrieren. Die genauen Anforderungen sollten immer mit dem Versicherer besprochen werden.

4. Wann ist eine Leitungswasserversicherung sinnvoll?

Der Schaden, der durch eine Wasserleitung entsteht, ist meistens im Verantwortungsbereich des Eigentümers. Handelt es sich um eine Mietwohnung, so ist das Gebäude über die Gebäudeversicherung des Eigentümers abgesichert- nicht jedoch bei der Hausrat. Diesen müssen Mieter für Ihre Wohnung immer selbst versichern.

Vermieter können Prämien für die Gebäudeversicherung über die Nebenkostenabrechnung an ihre Mieter weitergeben. Es ist daher für Vermieter immer sehr interessant einen möglichst umfassenden Schutz für ihre Gebäude abzuschließen.

Aber auch Eigentümer sollten entsprechenden Versicherungsschutz einkaufen- wenn wenn die eigenen vier Wände wegen einem Leitungswasserschaden nicht bewohnbar sind. So gilt es nicht nur den Schaden am Objekt zu beheben, sndern auch die Kosten für die Unterbringung im Hotel können hoch ausfallen und die Haushaltskasse in Mitleidenschaft ziehen.

5. Kontakt

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