Arbeitskraftabsicherung für Mediziner –

schützen Sie nicht nur Ihre Patienten, sondern auch sich selbst.

© horizont21, Adobe Stock

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Wer sich täglich, um die Gesundheit der Patienten bemüht, sollte auch selbst nicht zu kurz kommen. Um weiterhin helfen zu können und Leistungen erbringen zu können, ist daher auch der eigene Schutz der Gesundheit essentiell. Daher benötigen vor allem Berufe wie Ärzte, Krankenschwestern, Pfleger oder Sanitäter eine besondere Ausgestaltungen der Arbeitskraftsicherung. Welche Möglichkeiten es gibt und wie sie sich unterscheiden, erklärt Ihnen STC im folgenden Artikel.

 

1. Berufsunfähigkeit

Berufsunfähigkeit kann jeden treffen – und das jeder Zeit. Daher sollte jeder sich gegen den Arbeitskraftverlust absichern. Mediziner wie Ärzte, Krankenschwestern, Krankenpfleger, Pflegekräfte, Sanitäter oder Personen in der medizinischen Forschung und Entwicklung sind da keine Ausnahme. Die Berufsunfähigkeitsversicherung bietet eine sehr umfangreiche Absicherung, doch besonders als  Mediziner ist dabei auf einige Dinge zu achten.

 

1.1 Achtung Infektionsgefahr

Der Arzt ist der Helfer in der Not. Für die Behandlung setzt er sich täglich der Gefahr einer Infektion aus, da er ständig Kontakt zu erkrankten Menschen hat oder mit Spritzen u.ä. arbeitet. Ein bestmöglicher Schutz gegen schlimme Folgen ist daher wichtig, denn auch heute gibt es noch Krankheitserreger, die nicht geheilt werden können und bei denen eine vorbeugende Impfung nicht möglich ist. Doch was passiert, wenn aufgrund einer Infektion der Arzt, die Krankenschwester oder der Sanitäter seine Arbeit nicht weiter ausführen kann? Das kann bei Medizinern auch durch ein Tätigkeitsverbot einer Behörde vorgeschrieben werden. Ohne einen Einschluss der richtigen „Infektionsklausel“ sind Mediziner gegen finanzielle Folgen einer Infektion nur unzureichend abgesichert.

 

1.2 Was ist eine Infektionsklausel?

Eine Infektionsklausel ist eine besonders für Mediziner und Menschen in Heilberufen wichtige Klausel, die Bestandteil ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung sein sollte. Sie besagt, dass bereits ein Leistungsanspruch besteht, wenn aufgrund einer Infektion ein Tätigkeitsverbot von mindestens 6 Monaten durch eine Behörde verhängt wird. Durch die tägliche Arbeit mit erkrankten Menschen und den Kontakt zu Krankheitserregern besteht für Mediziner und Menschen in Heilberufen eine erhöhte Ansteckungsgefahr.

© STC Research, Quelle: Statistisches Bundesamt

© STC Research, Quelle: Statistisches Bundesamt

1.3 Wieso brauchen Sie eine Infektionsklausel?

Hintergrund der Infektionsklausel ist das Infektionsschutzgesetz, welches folgendes besagt:

§ 31 Berufliches Tätigkeitsverbot (Infektionsschutzgesetz)

„Die zuständige Behörde kann Kranken, Krankheitsverdächtigen, Ansteckungsverdächtigen und Ausscheidern die Ausübung bestimmter beruflicher Tätigkeiten ganz oder teilweise untersagen. Satz 1 gilt auch für sonstige Personen, die Krankheitserreger so in oder an sich tragen, dass im Einzelfall die Gefahr einer Weiterverbreitung besteht.”

Eine Liste der meldepflichtigen Infektionen, die für den Arzt, die Krankenschwester oder den Sanitäter ein Tätigkeitsverbot nachsichziehen können finden Sie hier: Meldepflichte Infektionen.

Achtung: Tätigkeitsverbot heißt nicht gleichzeitig berufsunfähig. Ohne Infektionsklausel erfolgt keine Leistung, wenn keine dauerhafte Berufsunfähigkeit besteht. Durch den Einschluss der richtigen Infektionsklausel ist eine Leistung bei einem Tätigkeitsverbot von mindestens 6 Monaten aufgrund einer Infektion gewährleistet.

ProblemInfektionsklausel

© STC Research

1.4 Wie sollte die Infektionsklausel formuliert sein?

Auf die Berufsgruppe kommt es an. Nicht jede Infektionsklausel schließt jeden Beruf ein, daher ist auf die genaue Formulierung zu achten. Oftmals ist eine Beschränkung auf Ärzte (Human- und Zahnmediziner) gegeben. Sanitäter, Rettungsassistenten, anderes medizinisches Personal oder Studenten medizinischer Berufe sollten darauf achten, dass die vorhandene Klausel auch für ihre Berufsgruppe gültig ist und sie am Ende nicht ohne Leistung dastehen. Um auf Unterschiede hinzuweisen, zeigen wir Ihnen hier einige beispielhafte Ausformulierungen der Infektionsklausel:

 

Beispiel Barmenia

Nach den Versicherungsbedingungen der Barmenia gilt ein Einschluss der Infektionsklausel von

  • Human- oder Zahnmediziner,
  • Studenten der Human- oder Zahnmedizin.

Genauer Wortlaut der Barmenia
Bei Human- und Zahnmedizinern sowie Studenten der Humanmedizin mit vollständig bestandenem Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung und Studenten der Zahnmedizin mit vollständig bestandener zahnärztlicher Vorprüfung liegt Berufsunfähigkeit auch vor, wenn und solange
  • eine behördliche Anordnung der versicherten Person wegen einer Infektionsgefahr die Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit ganz oder teilweise untersagt oder
  • bei Bestehen einer Infektionsgefährdung von Patienten über den Hygieneplan eines anerkannten Hygienikers belegt wird, welche Tätigkeiten als Human- oder Zahnmediziner bzw. als Student der Human- oder Zahnmedizin die versicherte Person noch und welche sie nicht mehr ausüben kann,

und die versicherte Person dadurch zu mindestens 50 % außer Stande ist, ihre Tätigkeit als Human- oder Zahnmediziner bzw. als Student der Human- oder Zahnmedizin auszuüben, und die versicherte Person auch keine andere Tätigkeit konkret ausübt, die ihrer bisherigen Lebensstellung entspricht. Die Tätigkeitseinschränkung muss sich voraussichtlich über mindestens sechs Monate erstrecken.“

Beispiel Alte Leipziger

Nach den Versicherungsbedingungen der Alte Leipziger gilt ein Einschluss der Infektionsklausel von

  • Human- oder Zahnmedizinern,
  • Studenten der Human- oder Zahnmedizin,
  • Personen mit medizinisch behandelndem bzw. pflegerischen Beruf (Krankenschwester/ -pfleger, Altenenpfleger/ -innen, Hebammen/ Entbindungspfleger etc.).

Genauer Wortlaut der Alten Leipziger
Bei bestimmten Berufen liegt Berufsunfähigkeit auch vor, wenn eine Rechtsvorschrift/behördliche Anordnung dem Versicherten vollständig verbietet, wegen einer Infektionsgefahr Patienten zu behandeln. Dieses Tätigkeitsverbot muss mindestens für einen Zeitraum von sechs Monaten gelten. Diese Regelung gilt für Versicherte, die einen der folgenden Berufe ausüben:
  • Human-oder Zahnmediziner
  • Student der Human- oder Zahnmedizin
  • medizinisch behandelnder bzw. pflegerischer Beruf mit Patientenkontakt. Dazu zählen beispielsweise Krankenschwestern/ -pfleger, Altenpfleger/ -innen, Hebammen/Entbindungspfleger und Arzthelfer/-innen.“

Beispiel Allianz

Nach den Versicherungsbedingungen der Allianz ist die Infektionsklausel unabhängig von der Berufsgruppe inbegriffen (Bezug nur auf die versicherte Person).

Genauer Wortlaut der Allianz
Wenn die versicherte Person
  • infolge eines Tätigkeitsverbots, das von der zuständigen Gesundheitsbehörde ausschließlich aus medizinischen Gründen nach § 31 Bundesinfektionsschutzgesetz (IfSG) ausgesprochen wurde,
  • voraussichtlich 6 Monate ununterbrochen außerstande ist oder bereits 6 Monate ununterbrochen außerstande gewesen ist, ihren Beruf auszuüben
  • und sie auch keine andere Tätigkeit ausübt, die ihrer bisherigen Lebensstellung (siehe Ziffer 1.4 Absatz 1 a)) entspricht,

so liegt von Beginn an eine vollständige Berufsunfähigkeit vor. Betrifft das Tätigkeitsverbot nur einen Teil der bisherigen Berufstätigkeit, liegt auch nur teilweise Berufsunfähigkeit vor. Darüber hinaus gelten die Regelungen nach Ziffer 1.4 Absätze 1 b) und c).“

 

1.5 Fazit

Achten Sie auf Ihren persönlichen Berufseinschluss! STC hilft Ihnen gerne, die richtige Ausformulierung für Sie zu finden. Allerdings sollte bedacht werden, dass die Infektionsklausel immer nur einen kleinen Teilbereich der Versicherungsbedingungen ausmacht. Eine Vielzahl von anderen Ausgestaltungen ist ebenso wichtig.

Weitere Informationen: Berufsunfähigkeit

 

2. Alternative Absicherungen

Ist die Absicherung durch eine Berufsunfähigkeit aufgrund von z.B. Vorerkrankungen nicht möglich, sollten Sie sich nach Alternativen erkunden! Eine gute und sinnvolle Möglichkeit der alternativen Absicherung für Mediziner ist die Grundfähigkeitsversicherung.

2.1 Grundunfähigkeitsversicherung

Verliert ein Arzt die Fähigkeit seine Hände oder Arme zu gebrauchen ist ein weiteres Berufsleben fast unvorstellbar. Auch für die Krankenschwester, die nicht mehr Heben und Tragen oder sich Bücken kann, ist es wohl kaum möglich dem eigenen Beruf weiterhin nachzugehen. Um bei einem Verlust von einer Grundfähigkeit nicht ohne Einkommen dazustehen, gibt es die sogenannte Grundfähigkeitsversicherung.

Bei Verlust einer der versicherten Grundfähigkeiten wird eine monatliche Rente ausgezahlt. Welche Grundfähigkeiten alle versicherbar sind und wie eine solche Absicherung ausgestaltet sein kann, finden Sie auf unserer Seite zur Grundunfähigkeit.

  • Leistung bei Verlust einer versicherten Grundfähigkeit (Gebrauch der Hände, Gebrauch der Arme, Heben und Tragen usw.)
  • Zahlung einer monatlichen Rente
  • kein Bezug zum Beschäftigungsverhältnis und der Arbeitsfähigkeit
  • vereinfachte Gesundheitsfragen (im Gegensatz zur Berufsunfähigkeit oder der Schweren Krankheiten Absicherung)
  • interessante Alternative zur Berufsunfähigkeit, wenn dieser Absicherung Vorerkrankungen oder ein hoher Beitrag entgegen steht.

Weitere Informationen: Grundunfähigkeit

 

3. Weitere Absicherung für Mediziner

Neben der Berufsunfähigkeit sollten auch private Unfälle abgesichert sein. Dabei sind gerade für Sie als Mediziner besondere Ausgestaltungen zu beachten.

Weitere Informationen: Private Unfallversicherung

 

4. STC-Service

Sie möchten den Verlust Ihrer Arbeitskraft absichern? STC bietet Ihnen einen umfangreichen Service zur Arbeitskraftsicherung und steht Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Weitere Informationen: STC-Service zur Arbeitskraftsicherung

 

5. Kontakt

Sie wünschen eine Beratung oder ein konkretes Angebot zur Berufsunfähigkeit oder einer Alternative? Nehmen Sie über unser Kontaktformular oder telefonisch die Verbindung mit uns auf!

Ihr Name: (Pflichtfeld)

Ihre E-Mail-Adresse: (Pflichtfeld)

Ihr Geburtsdatum: (Pflichtfeld)

Wie ist Ihr aktuelles Beschäftigungsverhältnis (Azubi, Angestellter, Selbstständig, Beamter,...)(Pflichtfeld)?

Welchen Beruf üben Sie konkret aus (Pflichtfeld)?

Möchten Sie uns etwas Besonderes mitteilen (Vorerkrankungen, bereits bestehende Absicherungen, konkrete Fragen usw.?)

Untersuchungsberichte oä. können Sie gerne hier hochladen:

 


Letzte Änderung: 13.06.2016

Quellen:

www.alte-leipziger.de (eingesehen am 14.06.2016)

www.barmenia.de (eingesehen am 14.06.2016)