Modellflugzeuge und Drohnen –

die verkannte Gefahr

Für viele ist es ein schönes Hobby, für manche gehört es sogar zum Beruf – das Modellfliegen. Fotografen arbeiten beispielsweise mit Flugmodellen um Aufnahmen aus der Luft zu machen. Zugegebenermaßen wirkt das Ganze für Außenstehende harmlos. Wie gefährlich es jedoch werden kann und worauf Sie unbedingt achten sollten erfahren Sie bei STC!

1. Welche Flugmodelle gibt es?

Zunächst einmal ist jedes Flugmodell immer ein sogenanntes UAV (unmanned aerial vehicle), zu Deutsch: unbemannte Luftfahrzeug. UAV´s werden über Computer oder Fernsteuerungen betrieben und navigiert.

Multicopter

Bei den Multicoptern handelt es sich um Flugmodelle mit mehreren akkubetriebenen Rotoren.  Sind diese ohne GPS ausgestattet und können ausschließlich via Fernsteuerung bedient werden, spricht man von Multicopterm.

Multicopter sind frei im Handel erhältlich und kosten zwischen 1.200,00 € – 1.400,00 €.

Man unterscheidet zwischen:

  • Quadrocopter (4 Rotoren)
  • Hexacoptern (6 Rotoren)
  • Octocopter (8 Rotoren)

Drohnen

Sind die Multicopter mit einem GPS ausgestattet und können auch autonom fliegen, so verwendet man auch den Begriff Drohne. Der Begriff ist auch aus dem Militär bekannt, die hier verwendeten Drohnen sind allerdings unbemannte Flugzeuge mit einer Flügelspannweite von bis zu 60 Metern.

Modellflugzeuge

Modellflugzeuge sind verkleinerte Versionen von richtigen Flugzeugen. Sie werden in erster Linie für Vergnügen und Freizeit genutzt.

Jetmodell „Skorpion“

  • Gewicht: 15 kg Abfluggewicht
  • Geschwindigkeit: bis zu 270 km/h
  • Neuwert: ca. 6.000,00 €

Hubschrauber

  • Gewicht: 3 kg
  • Rotor mit 2.500 Umdrehungen
  • Neuwert: 1.500,00 €

2. Nutzung des Luftraums

Das Luftverkehrsgesetz besagt, dass die Nutzung des Luftraums durch Luftfahrzeuge prinzipiell frei ist, sofern sich der Pilot an die örtlichen Gesetze hält. Auch Flugmodelle gehören zu den Luftfahrzeugen!

§ 1 Luftverkehrsgesetz (LuftVG)
(1) Die Benutzung des Luftraums durch Luftfahrzeuge ist frei, soweit sie nicht durch dieses Gesetz, durch die zu seiner Durchführung erlassenen Rechtsvorschriften, durch im Inland anwendbares internationales Recht, durch Rechtsakte der Europäischen Union und die zu deren Durchführung erlassenen Rechtsvorschriften beschränkt wird.

(2) Luftfahrzeuge sind:
1.    Flugzeuge
2.    Drehflügler
3.    Luftschiffe
4.    Segelflugzeuge
5.    Motorsegler
6.    Frei- und Fesselballone
7.    (weggefallen)
8.    Rettungsfallschirme
9.    Flugmodelle
10.    Luftsportgeräte
11.    sonstige für die Benutzung des Luftraums bestimmte Geräte, sofern sie in Höhen von mehr als dreißig Metern über Grund oder Wasser betrieben werden können.
Raumfahrzeuge, Raketen und ähnliche Flugkörper gelten als Luftfahrzeuge, solange sie sich im Luftraum befinden. Ebenfalls als Luftfahrzeuge gelten unbemannte Fluggeräte einschließlich ihrer Kontrollstation, die nicht zu Zwecken des Sports oder der Freizeitgestaltung betrieben werden (unbemannte Luftfahrtsysteme).

3. Zulassung

Nach § 1 (1) Nr. 8 LuftVZO benötigen bestimmte Flugmodelle eine Zulassung.

§ 1 (1) Nr. 8 LuftVZO

Zulassungspflicht und Umfang der Zulassung
(1) Luftfahrtgeräte, die der Musterzulassung bedürfen, sind:

8. Flugmodelle mit einer höchstzulässigen Startmasse über 25 Kilogramm (unbemannte Luftfahrzeuge, die in Sichtweite des Steuerers ausschließlich zum Zweck des Sports oder der Freizeitgestaltung betrieben werden),

4. Aufstiegserlaubnis

Neben der Zulassung benötigen einige Flugmodelle eine Aufstiegserlaubnis durch die Luftbehörde.

§ 16 (1) LuftVO

(1) Die folgenden Arten der Nutzung des Luftraums bedürfen im Übrigen der Erlaubnis:
11. der Aufstieg von Flugmodellen
(a)mit mehr als 5 kg Gesamtmasse
(b) mit Raketenantrieb, …
(c) mit Verbrennungsmotor in einer Entfernung von weniger als 1,5 km von Wohngebieten
(d) aller Art in einer Entfernung von weniger als 1,5 km von der Begrenzung von Flugplätzen, …
Erteilung durch Luftfahrtbehörde!

5. Mögliche Unfallursachen

Unfälle sind sowohl durch menschliches, als auch durch technisches Versagen möglich:

  • Überforderung des Piloten auf Grund der Aerodynamik des Flugzeuges
  • Ablenkung des Piloten
  • fehlender Sichtkontakt (z.B. durch Blenden oder zu weites Wegfliegen)
  • Ausfall der Fernsteuerung (z.B. durch Doppelbelegung eines Kanals)
  • Materialermüdung
  • starker Wind
  • usw.

6. Haftung

§ 33 Luftverkehrsgesetz (LuftVG) (1) Wird beim Betrieb eines Luftfahrzeugs durch Unfall jemand getötet, sein Körper oder seine Gesundheit verletzt oder eine Sache beschädigt, so ist der Halter des Luftfahrzeugs verpflichtet, den Schaden zu ersetzen. Für die Haftung aus dem Beförderungsvertrag gegenüber einem Fluggast sowie für die Haftung des Halters militärischer Luftfahrzeuge gelten die besonderen Vorschriften der §§ 44 bis 54. Wer Personen zu Luftfahrern ausbildet, haftet diesen Personen gegenüber nur nach den allgemeinen gesetzlichen Vorschriften.

(2) Benutzt jemand das Luftfahrzeug ohne Wissen und Willen des Halters, so ist er an Stelle des Halters zum Ersatz des Schadens verpflichtet. Daneben bleibt der Halter zum Ersatz des Schadens verpflichtet, wenn die Benutzung des Luftfahrzeugs durch sein Verschulden ermöglicht worden ist. Ist jedoch der Benutzer vom Halter für den Betrieb des Luftfahrzeugs angestellt oder ist ihm das Luftfahrzeug vom Halter überlassen worden, so ist der Halter zum Ersatz des Schadens verpflichtet; die Haftung des Benutzers nach den allgemeinen gesetzlichen Vorschriften bleibt unberührt.

Im Bereich der Modellflugzeuge liegt eine Gefährdungshaftung vor. Das Modellfliegen ist zwar gefährlich, wird aber dennoch von der Gesellschaft akzeptiert.

7. Versicherungspflicht

§ 43 Luftverkehrsgesetz (LuftVG)

(2) Der Halter eines Luftfahrzeugs ist verpflichtet, zur Deckung seiner Haftung auf Schadensersatz nach diesem Unterabschnitt eine Haftpflichtversicherung in einer durch Rechtsverordnung zu bestimmenden Höhe zu unterhalten. Satz 1 gilt nicht, wenn der Bund oder ein Land Halter des Luftfahrzeugs ist.

Wer beruflich –  oder als Hobby in der Freizeit, Drohnen, Multicopter oder Modellflugzeuge nutzt, benötigt demnach gesetzlich verpflichtend eine Absicherung. Erkundigen Sie sich, ob Ihr Modell in Ihrer Privathaftpflicht eingeschlossen ist oder nicht. Häufig ist dies nicht der Fall.

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8. Kontakt

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