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Arbeitsverträge mit Praktikanten und Werkstudenten

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Arbeitsverträge mit Praktikanten und Werkstudenten

Praktikanten vs. Werkstudenten –

wo liegen die Unterschiede?

Für Arbeitgeber ist es besonders wichtig ,die Unterschiede zwischen einem Praktikanten und einem Werkstudenten zu kennen. Denn besonders in der Gestaltung der Arbeitsverträge von Praktikanten und Werkstudenten sollte kein Fehler unterlaufen. STC erklärt Ihnen die Unterschiede und zeigt Inhalte der Arbeitsverträge auf.

PraktikantWerkstudent


Unter einem Praktikum versteht man eine vorübergehende Tätigkeit zum Erwerb praktischer Kenntnisse und Erfahrungen.
Ein Praktikant ist, wer für eine begrenzte Dauer zum Erwerb praktischer Kenntnisse und Erfahrungen einer bestimmten betrieblichen Tätigkeit zur Vorbereitung auf eine berufliche Tätigkeit nachgeht. Dabei handelt es sich nicht um eine Berufsausbildung i. S. d. Berufsbildungsgesetzes (BBiG) oder um eine damit vergleichbare praktische Tätigkeit (§ 22 Abs. 2 Satz 3 Mindestlohngesetz – MiLoG).


Eine besondere Beschäftigung eines Studenten ist die so genannte Beschäftigung als Werkstudent. Echte Werkstudenten genießen das so genannte Werkstudentenprivileg. Um einen Werkstudenten handelt es sich, wenn ein Studierender neben seinem Studium eine bezahlte Beschäftigung ausübt, um sich durch Arbeit die zur Durchführung des Studiums und zur Bestreitung seines Lebensunterhalts erforderlichen Mittel zu verdienen. Diese Beschäftigung ist versicherungsfrei, wenn und solange sie neben dem Studium ausgeübt wird. Das Studium muss die Hauptsache, die Beschäftigung die Nebensache sein.

1. Wer ist ein echter Praktikant?

Umgangssprachlich setzt man den Begriff Praktikant nahezu für jede Person ein, die vorübergehend einem Job nachgeht, dabei aber noch eine andere Art von Ausbildung verfolgt. Rechtlich gesehen gibt es verschiedene Arten von Praktikanten. Dabei muss man vor allem unterscheiden, ob der Praktikant ein Pflichtpraktikum nach der Prüfungsordnung einer Schule oder Hochschule erfüllt, der Ausbildungszweck oder doch eher das Geldverdienen die Hauptrolle spielt.

Muss ein Praktikant eingeschriebener Student sein?

Ein echter Praktikant ist ein eingeschriebener Student an einer staatlichen oder einer staatlich anerkannten Hochschule.

Durch die Studienordnung oder die Prüfungsordnung kann den Studenten eine praktische Tätigkeit in einem Betrieb vorgeschrieben sein. Dies nennt man Zwischenpraktikum. In seltenen Fällen kann ein Praktikum auch vor bzw. nach dem Studium angeordnet werden. Diese Praktika nennt man Vor- oder Nachpraktika. Die unterschiedlichen Arten lösen unterschiedliche Folgen in der Sozialversicherung aus.

Ist ein Praktikum ein Arbeitsverhältnis?

Der Ausbildungszekc muss bei einem echten Praktikum deutlich im Vordergrund stehen. Ein Praktikum dient dem Erwerb beruflicher Kenntnisse, Fertigkeiten und Erfahrungen. Dadurch unterscheidet sich ein Praktikantenverhältnis von einem normalen Arbeitsverhältnis. Dennoch ist ein Praktikum keine Berufsausbildung. Entsprechende Fähigkeiten bringt ein Arbeitnehmer zur Erbringung einer Arbeitsleistung schon mit.

Steht der Ausbildungszweck dagegen nicht klar im Vordergrund, handelt es sich um ein ganz normales Arbeitsverhältnis. Als Arbeitgeber müssen Sie in einem solchen Fall den angemessenen Lohn für die erbrachte Tätigkeit leisten. Diese wurde nämlich im Rahmen eines Scheinpraktikums erbracht. Ist ein Praktikant tatsächlich ein Arbeitnehmer, wird aber als Praktikant behandetl, dann erhält er unter Umständen keine Bezahlung, keinen Urlaub und keine Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Diese Ansprüche kann der “Scheinpraktikant” zu einem späteren Zeitpunkt bei Ihnen geltend machen. Darüber hinau müssen Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge nachgezahlt werden.

 

Ein echter Praktikant erhält nur eine Aufwandsentschädigung und nicht den üblichen Lohn für seine Arbeit. Es findet auch keine systematische Berufsausbildung statt. Liegt nur ein Scheinpraktikum vor, ist die Höhe des Vergütungsanspruchs nach § 612 Abs.1 BGB entsprechend der üblichen Vergütung zu bemessen. Dabei wird man mindestens den Mindestlohn von 8,84 € zugrunde legen müssen.

 

2. Hat ein Praktikant Anspruch auf den Mindestlohn?

Arbeitgeber müssen gem. § 22 Abs. 1 Satz 2 i.V.m. § 1 Abs. 2 MiLoG den gesetzlichen Mindestlohn von 8,84 € pro Stunde zahlen. Ausgenommsen sind hiervon:

  • Pflichtpraktika im Rahmen einer Schul-, Ausbildungs- oder Studienordnung
  • Kurzpraktika zur Orientierung von maximal drei Monaten
  • ein erstmaliges berufs- oder hochschulbegleitendes Praktikum
  • Praktika im Rahmen einer Einstiegsqualifizierung nach § 54 a SGB III oder
  • Praktika im Rahmen einer Berufsausbildungsvorbereitung nach §§ 68 bis 70 BBiG

Im Mindestlohngesetz ist es zu einer Neuordnung der Darlegungs- und Beweislast gekommen. Ein Praktikant gilt nun immer als Arbeitnehmer und hat keine Privilegien in der Sozialversicheung. Er hat einen Mindestlohnanspruch. Etwas anderes gilt nur, wenn Sie als Arbeitgeber beweisen, dass es sich um eines der genannten Praktika handelt. Dann gelten Ausnahmen.

Lassen Sie sich von einem Studenten, der bei Ihnen ein Praktikum absolviert, immer die aktuelle Immatrikulationsbescheinigung vorlegen und nehmen Sie diese zum Lohnkonto. Außerdem sollten Sie sich die Studien- oder Prüfungsordnung vorlegen lassen und auch diese zur Personalakte nehmen. Die Studien- oder Prüfungsordnung sollte das entsprechende Pflichtpraktikum benennen, das der Praktikant in Ihrem Betrieb absolviert.

 

3. Was gilt für Praktikanten in der Sozialversicherung?

Es muss zwischen Pflichtpraktikum und freiwilligem Praktikum unterschieden werden. Echte Praktika sind solche, die von einer Prüfungsordnung zwingend vorgeschrieben sind. Typisch für ein Pflichtpraktikum ist es,

  • dass es sich um eine Tätigkeit handelt, die in einer Prüfungsordnung zwingend vorgeschrieben ist.
  • dass die Tätigkeiten denjenigen entsprechen, die in der Prüfungsordnung für das Praktikum vorgeschrieben sind.
  • dass keine anderen, nicht vorgeschriebenen Aufgaben im Praktikum erledigt werden. Wenn das trotzdem der Fall sein sollte, dürfen diese Aufgaben allenfalls am Rande Gegenstand des Praktikums sein.
Was gilt für das Zwischenpraktikum?

Ein Zwischenpraktikum erfüllen Studenten während der Studiums. In der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung sind solche Zwischenpraktikanten versicherungsfrei. Dabei ist die Höhe der Vergütung gleichgültig. Die Versicherungsfreiheit gilt auch dann, wenn das Praktikum ein Vollzeit-Praktikum ist und die gesamte Arbeitskraft des Studenten in Anspruch nimmt. Der Praktikant bleibt im Zwischenpraktikum in der studentischen Krankenversicherung krankenversichert.

Was gilt für bezahlte Vor- und Nachpraktika?

Einige Studienordnungen verpflichten zu einem Vorpraktikum als Voraussetzung der Studienaufnahme. Andere Hochschulen sehen ein Nachpraktikum im Anschluss an das abgeschlossene Studium vor.

Legt Ihnen der Praktikant keine Immatrikulationsbescheinigung vor, weil er noch keine hat oder weil er keine mehr hat, dann ist dieser Praktikant als Arbeitnehmer anzusehen. Damit tritt Versicherungspflicht in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung ein. Das lässt sich auch dann nicht vermeiden, wenn die Vergütung unter 450,– € bleibt oder das Praktikum weniger als drei Monate andauert. Achten Sie auch darauf, dass die Sozialversicherungsbeiträge von Ihnen als Arbeitgeber allein zu tragen sind, wenn die Praktikantenvergütung monatlich weniger als 325,– € beträgt. Bezahlte Vor- oder Nachpraktika können nicht versicherungsfrei wie ein Zwischenpraktikum absolviert werden.

Was gilt für Vor- oder Nachpraktika ohne Entgelt?

Wenn ein Student ein nicht vergütetes Vor- oder Nachpraktikum absolviert, tritt für den Arbeitnehmer auch keine Versicherungspflicht in der Kranken- und Pflegeversicherung ein. Es müssen also keine Beiträge abgeführt werden. Die Praktikanten sind aber in der Kranken- und Pflegeversicherung als Praktikanten pflichtversichert.

 

4. Was gilt für freiwillige Praktika?

Freiwillige Praktika sind nicht in der Prüfugns- oder Studienordnung vorgeschrieben. In einem freiwilligen Zwischenpraktikum bleibt der Praktikant in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei. Die wöchentliche Arbeitszeit darf aber nicht mehr als 20 Stunden betragen. Die Höhe der Bezahlung spielt im Hinblick auf die Versicherungspflicht keine Rolle. Sie als Arbeitgeber wenden für die gesetzlich krankenversicherten Praktikanten die Minijobregeln an. Wenn die 450 €- Grenze nicht überschritten wird, führen Sie Pauschalbeiträge zur Krankenversicherung ab. Wenn die 20-Stunden-Grenze bei der wöchtenlichen Arbeitszeit überschritten wird, tritt Versicherungspflicht in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung ein. Zahlen Sie dem Praktikanten eine monatliche Vergütung von maximal 850,- € so müssen Sie die Gleitzonenregelung anwenden.

Der Praktikant kann sich in von der Rentenversicherungspflicht als Minijobber befreien lassen. Das sollten Sie als Arbeitgeber im Vorfeld des Praktikums klären. Im Befreiungsfall sind keine Pauschalbeiträge in die Rentenversicherung zu zahlen. Wenn der Praktikant eine Vergütung von mehr als 450,– € erhält, haben Sie und der Praktikant die Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung jeweils zur Hälfte zu tragen. Bei einer monatlichen Vergütung von maximal € 850,– kann die Gleitzonenregelung angewendet werden.

Ist der Praktikant in einem freiwilligen Vor- oder Nachpraktikum bei Ihnen tätig und Sie zahlen ihm eine Vergütung, ist er wie ein Arbeitnehmer zu behandeln. Es tritt in allen Zweigen der Sozialversicherung Versicherungspflicht ein. Versicherungsfreiheit besteht, wenn Sie die 450-Euro-Grenze nicht überschreiten und das Vor- oder Nachpraktikum als Minijob ausgeübt wird.

 

5. Worauf muss der Arbeitgeber beim Vertragsabschluss mit dem Praktikanten achten?

Der Vertrag mit einem Praktikanten unterliegt den allgemeinen Bestimmungen. Besonderheiten gelten, wenn der Praktikant minderjährig ist. Bei der Minderjährigen müssen Sie die gesetzlichen Vertreter einbeziehen. Der Abschluss eines Praktikantenvertrages bedarf der Zustimmung seiner gesetzlichen Vertreter.

Wenn Sie einen Schüler im Rahmen eines Schülerpraktikums für ein bis zwei Wochen beschäftigen tritt keine Versicherungspflicht in der Sozialversicherung ein. Es handelt sich um einen Teil der schulischen Ausbildung. Achten Sie aber darauf, dass Sie bei den minderjährigen Schülerpraktikanten das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) anwenden. Die Wochenarbeitszeit für Jugendliche ist auf 40 Stunden bei einer Fünf-Tage-Woche begrenzt. Wird die Arbeitszeit an einzelnen Werktagen verkürzt, kann die Arbeitszeit an anderen Tagen auf maximal 8,5 Stunden verlängert werden. Haben Sie eine Arbeitszeit von 4,5 bis 6 Stunden täglich vereinbart, müssen Sie dem Jugendlichen 30 Minuten Pause einräumen. Bei mehr als 6 Stunden täglicher Arbeitszeit beträgt die Mindest-Ruhepause 60 Minuten. Die erste Pause muss spätestens nach 4,5 Stunden eingelegt werden und mindestens 15 Minuten andauern.

Schließen Sie Ihre Verträge mit Praktikanten schriftlich ab, selbst wenn das für freiwillige Praktika nicht vorgeschrieben ist. Die Schriftform empfiehlt sich aus Beweisgründen und um sicherzustellen, dass Sie den Zweck des Praktikums schriftlich festgehalten haben.

Praktikanten, die unter das MiLoG fallen und den Mindestlohn beanspruchen können, fallen in den Anwendungsbereich des Nachweisgesetzes (NachwG). Wenn Sie also einen Praktikantenvertrag nicht schriftlich festhalten, müssen Sie als Unternehmer

  • spätestens vor Aufnahme der Praktikantentätigkeit die wesentlichen Vertragsbedingungen schriftlich niederlegen.
  • in der Niederschrift folgendes festhalten: Lern- und Ausbildungsziele des Praktikums, Beginn und Dauer des Praktikums, Dauer der regelmäßigen täglichen Praktikumszeit, Höhe der Vergütung, Dauer des Urlaubs, Hinweis auf unter Umständen anzuwendende Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen.

Wenn Sie als Arbeitgeber die Vorschriften des NachwG nicht beachten, drohen Ihnen Schadenersatzansprüche. Hier wird eine Beweiserleichterung für den Arbeitnehmer in einem Prozess eintreten. Ihre Pflicht als Arbeitgeber ist es, dem Praktikanten die vereinbarten Kenntnisse und Erfahrungen zu vermitteln. Der Praktikant ist Ihnen gegenüber verpflichtet, Folge zu leisten, damit die Wissensvermittlung gelingen kann. Außerdem hat der Praktikant Ihre betriebliche Ordnung zu achten. Diese Pflichten sind Gegenstand des Vertrags.

Was gilt für Veträge für Pflichtpraktika?
Pflichtpraktika unterliegen nicht de BBiG. Deshalb gelten auch keine Besonderheiten für den Abschluss eines Praktikumsvertrags. Achten Sie nur darauf, im Vertrag klarzustellen, dass das Praktikum gemäß der Studien- oder Prüfungsordnung der Schule oder Hochschule absolviert wird.
Was gilt für Veträge mit freiwilligen Praktikanten?

Bei der Gestaltung eines Vertrages mit einem freiwilligen Praktikanten haben Sie als Unternehmer das BBiG zu beachten. Das heißt:

  • Die Probezeit darf höchstens vier Monate dauern (§ 20 BBiG). Während der Probezeit kann das Praktikum von beiden Seiten ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist gekündigt werden.
  • Nach Ablauf der Probezeit haben Sie als Arbeitgeber kein Recht zur ordentlichen Kündigung des Praktikums. Nur dann, wenn es einen wichtigen Grund gibt, können Sie das Praktikumsverhältnis fristlos kündigen. Eine solche Kündigung kann nur schriftlich wirksam erteilt werden.
  • Gemäß § 10 Abs. 2 BBiG ist das BUrlG anwendbar. Der Praktikant hat Anspruch auf Urlaub.
  • Der Praktikant hat nach § 17 Abs. 1, 3 BBiG Anspruch auf eine angemessene Vergütung.
.

 

6. Was gilt für Werkstudenten und was bedeutet das Werkstudentenprivileg?

Werkstudenten werden nicht zu ihrer Berufsausbildung, sondern im Rahmen eines normalen Arbeitsverhältnisses gegen Bezahlung beschäftigt. Für sie besteht Anspruch auf Urlaub und Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Die Beschäftigung als Werkstudent ist aus Arbeitgebersicht die wohl günstigste Form der Studentenbeschäftigung.

Ein Werkstudent muss Voraussetzungen erfüllen, bevor Sie als Arbeitgeber und der Student in den Genuss des Werkstudentenprivilegs kommen:

  • Die Beschäftigung des Studenten muss über die eines Minijobs hinausgehen.
  • Es muss sich um einen ordentlichen Studierenden und um ein Studium handeln.
  • Während der Vorlesungszeit darf der Student nicht mehr als 20 Stunden in der Woche arbeiten oder die Beschäftigung ist von vornherein auf nicht mehr als drei Monate befristet oder die Beschäftigung wird ausschließlich während der Semesterferien ausgeübt.
Was gilt als Studium?
Es handelt sich nur dann um ein Studium, wenn der Student einer wissenschaftlichen oder fachlichen Ausbildung nachgeht, die unmittelbar von einer Hochschule oder Fachschule vermittelt wird. Diese Ausbildung muss im Rahmen eines Vollzeitstudiums absolviert werden. Ein solches Studium dauert von der Einschreibung als Student bis zur Exmatrikulation oder der berufsqualifizierenden Abschlussprüfung. Es kommt nicht auf den Zeitpunkt an, an dem das Prüfungszeugnis ausgehändigt wird.
Was sind ordentliche Studierende?

Der Student muss an einer Hochschule immatrikuliert sein, also in das Studentenverzeichnis eingetragen sein. Zu den Hochschulen gehören die in- und ausländischen Universitäten und Fachhochschulen. Um einen ordentlichen Studenten handelt es sich auch, wenn nach Beendigung des ersten Studiums ein weiteres als Aufbau- oder Zweitstudium aufgenommen wird. Voraussetzung ist, dass das zweite Studium wiederum mit einer Hochschulprüfung abschließt.

Darübr hinaus gibt es Fachschulen, die der fachlichen Ausbildung dienen. Solche Schulen sind neben den staatlich anerkannten Fachschulen auch andere Bildungseinrichtungen. Sie bieten berufliche Bildungsgänge mit einem berufsqualifizierenden Abschluss an, wie zum Beispiel Techniker- und Meisterschulen.

Nicht als ordentlich Studierende gelten:

 

  • Teilnehmer an Studienkollegs
  • Gasthörer
  • Teilnehmer an einer Weiterbildung oder Spezialisierung nach einer abgeschlossenen Hochschulausbildung
  • Doktoranden
  • Teilnehmer an dualen Studiengängen (Diese sind während des gesamten Studiums – also in der praktischen Phase und der Studienphase – Auszubildenden gleichgestellt.)
Was versteht man unter dem Werkstudentenprivileg?

Personen, die während der Dauer ihres Studiums als ordentlich Studierende einer Hochschule oder einer der fachlichen Ausbildung dienenden Schule gegen Arbeitsentgelt beschäftigt werden, werden Werkstudenten gneannt. Sie müssen die oben genannten sonstigen Voraussetzungen erfüllen. Der große Vorteilt ist, dass diese Werkstudenten versicherungsfrei in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung sind (Werkstudentenprivileg). Als Arbeitgeber zahlen Sie keine Sozialversicherungsbeiträge.

Eine Beitragsbelastung ergibt sich nur aufgrund der Rentenversicherungspflicht. Den Rentenversicherungsbeitrag tragen Sie als Arbeitgeber und der Student je zur Hälfte.

 

Wenn Sie einen Werkstudenten beschäftigen, dann zahlt dieser seine Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung wie bisher als Student weiter. Für die Einkünfte aus der Beschäftigung bei Ihnen müssen weder Sie noch der Student Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung abführen. Wichtig für familienversicherte Studenten ist dabei, dass bei einem regelmäßigen monatlichen Gesamteinkommen von mehr als 435,- €– diese – für den Studenten beitragsfreie – Familienversicherung endet. Der Wert von 435,- € gilt für das Kalenderjahr 2018. Die Studenten müssen sich dann in der Regel selbst versichern. Darauf sollten Sie den Studenten hinweisen.

Warum ist bei Werkstudenten die 20-Stunden-Grenze zu beachten?

Die Werkstudentenregelung können Sie nur anwenden, wenn der bei Ihnen beschäftigte Student den größeren Teil seiner Zeit und Arbeitskraft für das Studium aufwendet. Das Studium muss den Löwenanteil ausmachen. Die Arbeit in Ihrem Betrieb darf nur eine Nebensache sein. Diese Voraussetzung ist erfüllt, wenn:

  • die Arbeitszeit der Beschäftigung nicht mehr als 20 Stunden wöchentlich beträgt oder
  • die Beschäftigung von vornherein auf nicht mehr als drei Monate befristet ist oder
  • die Beschäftigung ausschließlich während der Semesterferien ausgeübt wird.

Übersteigt die Arbeitszeit im Laufe der Beschäftigung die 20-Stunden-Grenze, so besteht vom Tag des Überschreitens an Versicherungspflicht. Es spielt keine Rolle, in welcher Höhe das Arbeitsentgelt ausfällt. Arbeitet der Student z. B. 18 Stunden bei Ihnen und Sie zahlen ihm eine monatliche Vergütung von 1 500,–€, dann ist diese Beschäftigung versicherungsfrei in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung.

Übt ein Student mehrere Beschäftigungsverhältnisse aus, müssen Sie für die Beurteilung der Versicherungsfreiheit die wöchentlichen Stundenzahlen zusammenrechnen. Achten Sie darauf, den Studenten vor Antritt der Arbeit in Ihrem Betrieb nach weiteren Beschäftigungen zu befragen. Dokumentieren Sie die Angaben schriftlich und lassen Sie den Studenten unterschreiben.

Die 20-Stunden-Grenze bezieht sich nur auf die Vorlesungszeit. Arbeitet der Student nur in der vorlesungsfreien Zeit in Ihrem Betrieb, müssen Sie die 20-Stunden-Grenze nicht beachten.

Arbeitet der Student während der Vorlesungszeit mehr als 20 Stunden in der Woche, kann auch dies unter die Werkstudentenregelung fallen. Das ist der Fall, wenn der Student nachts und/oder an den Wochenenden arbeitet. Nachtarbeit und Wochenendarbeit gilt als Arbeit, die in der vorlesungsfreien Zeit stattfindet. Somit kann in diesen Fällen die 20-Stunden-Grenze auch überschritten werden.

Überschreiten Sie die 20-Stunden-Grenze im Rahmen einer Arbeit von Montag bis Freitag im Laufe des Tages, verlieren der Student und auch Sie das Werkstudentenprivileg. Sie müssen Sozialversicherungsbeiträge wie für jeden anderen Arbeitnehmer abführen.

 

7. Kontakt

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Quelle:

www.smartlaw.de/rechtstipps (eingesehen am 17.08.2017)

By |August 17th, 2017|News Gewerbe|0 Comments