Zahlt die Versicherung bei Starkregen und Hochwasser?

Starkregen zählt in Deutschland zu den häufigsten Naturkatastrophen. Im Jahr 2016 kam es zu einer Schadenhöhe von 800 Millionen Euro, die durch Unwetter verursacht wurden. Da stellt sich die Frage, welche Schäden von der Versicherung übernommen werden:

1. Was ist Starkregen?

Von Starkregen spricht man bei großen Niederschlagsmengen innerhalb eines kurzen Zeitraumes. Fällt eine Menge von 15 bis 25 l/m² innerhalb einer Stunde oder 20 bis 35 l/m²  innerhalb von sechs Stunden, wird eine markante Wetterwarnung ausgerufen. Ab einer Regenmenge von mehr als 25 l/m²  Regen innerhalb einer Stunde bzw. mehr als 35 l/m² innerhalb sechs Stunden, spricht der DWD von einem Unwetter.

Im Sommer ist die Gefahr von Starkregen am größten und tritt oft im Zusammenhang mit Gewittern auf. Aufgrund des Klimawandels steigt jedoch die Zahl an Unwettern in Deutschland. Trotzdem ist nicht mal die Hälfte der deutschen Bürger gegen Starkregen und Hochwasser versichert.

2. Was zahlt eine Hausratversicherung?

Die Hausratversicherung schützt vor Schäden, die durch Feuer, Leitungswasser, und Sturm/Hagel an Einrichtungsgegenständen verursacht werden. Außerdem werden auch Folgeschäden übernommen, die auftreten, wenn das Dach durch einen Sturm abgedeckt wird. Die enthaltene Glasversicherung deckt die Bruchschäden an Fenster- und Türscheiben.

3. Was zahlt eine Wohngebäudeversicherung?

Die Wohngebäudeversicherung kommt für Schäden auf, die durch Feuer, Leitungswasser oder Hagel am Gebäude, entstehen. Es werden auch Folgeschäden übernommen, wenn z.B. das Dach durch einen Sturm abgedeckt wird und es zur Beschädigung von Wänden und Decken kommt. Der Versicherer übernimmt die Kosten, die dem Hausbesitzer für das Wiederinstandsetzen entstehen. Wenn jedoch  bei Hochwasser der Keller vollläuft, übernimmt dies weder eine Wohngebäude-, noch eine Hausratversicherung.

4. Lösung: Elementarschadenversicherung

Die Elementarschadenversicherung deckt nicht nur Schäden durch Sturm und Hagel ab, sondern auch Schäden, die darüber hinausgehen. Sie kommt für Schäden durch Starkregen, Hochwasser, Blitzschlag, Schneedruck, Erdrutsch oder Erdbeben, auf. Das heißt also, dass sie Schäden durch unvorhergesehene Naturgewalten absichert. Sie schützt als Zusatz zur Wohngebäudeversicherung Ihre Immobilie gegen Zerstörung und Beschädigung. Als Ergänzung zur Hausratversicherung sichert sie das Inventar ab. Die Beitragszahlungen, für die Elementarschadensversicherung, sind dabei abhängig in welche Region in Deutschland Sie leben und in welche Gefährdungsklasse diese eingeteilt ist.

5. Wann zahlt die Elementarversicherung?

Wann die Elementarversicherung zahlt: Wann die Elementarversicherung nicht zahlt:
  • Wenn der Schaden durch Hochwasser, Starkregen, Schneedruck, Lawine, Erdbeben, Erdrutsch oder Vulkanausbruch entsteht.
  • Wenn Garagen oder Carports, also Gebäudebestandteile und Zubehör durch eine Naturkatastrophe beschädigt werden. Dazu gehören auch Sanitär- und Solaranlagen.
  • Reparaturkosten für Inventar, dass beschädigt wird.
  • Wenn Wasser aus Leitungsrohren, aufgrund von Hochwasser, gedrückt wird und ein Rückstau entsteht.
  • Wenn es zu einem Erdrutsch, aufgrund menschlichen Eingreifens kommt z.B. durch Bergbau oder Erdarbeiten, zahlt die Elementarversicherung nicht. Dies ist ein Haftpflichtschaden.
  • Schäden, die durch Sturmflut oder Grundwasser entstehen.
  • Wenn Regenwasser in eine unterirdische Garage fließt, da dies nicht als Überschwemmung angesehen wird.