Durch den Abschluss einer betrieblichen Altersvorsorge (bAV) können Steuern und Sozialabgaben zum Jahresende gespart werden. Und das nicht nur auf Seiten des Arbeitnehmers. Auch der Arbeitgeber kann beträchtliche Ersparnisse erzielen. Wie tatsächlich Steuern und Sozialausgaben gespart werden können, erfahren Sie hier.

1. Was ist eine betriebliche Altersvorsorge?

Die betriebliche Altersvorsorge ist ein Überbegriff für alle finanziellen Leistungen, die ein Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer zusagt. Dabei geht es vor allem um den Aufbau einer Zusatzrente über den Arbeitgeber. Wie das genau funktioniert, welche Leistungen der Arbeitnehmer erhalten kann und wie die Beitragszahlung stattfindet, hängt von Ihrem Arbeitgeber und dem gewählten Durchführungsweg ab.

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Betriebliche Altersvorsorge (bAV)

2. Steuerersparnisse bei der betrieblichen Altersvorsorge

Durch die sogenannte Entgeltumwandlung lassen sich Steuern und Sozialabgaben seitens des Arbeitgebers und Arbeitnehmers sparen. Doch was ist eigentlich eine Entgeltumwandlung? Das Recht auf Entgeltumwandlung in der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) wurde Arbeitnehmer seit 2002 zugesprochen. Sie wird auch Gehaltsumwandlung oder Lohnumwandlung genannt. Hier profitieren sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber von der staatlichen Förderung. Dabei werden Teile des Bruttogehalts in die bAV eingezahlt. Aber die Höhe der Beiträge ist begrenzt. Für Beiträge bis zu einer Höhe von 268 € fallen keine Sozialabgaben an und für Beiträge bis zu einer Höhe von 536 € keine Steuern.

2.1 Wie lassen sich durch die Entgeltumwandlung Steuern und Sozialabgaben sparen?

Wenn der Arbeitnehmer ein Teil seines Lohns in die bAV einzahlt, verringert sich so das Bruttogehalt und somit verringern sich auch automatisch Steuern und Sozialabgaben. So zahlen Arbeitnehmer mehr in einen entsprechenden Vorsorgevertrag, als ihnen netto an Einkommen am Ende fehlt. Wie hoch dieses Sparpotential sein kann, veranschaulicht folgende Beispielrechnung:

Ein Lediger Mitarbeiter verdient monatlich 3.000 € brutto. Es wird zudem angenommen, dass dieser über 23 Jahre alt und kinderlos ist und der Steuerklasse 1 angehört. Er investiert 200 € von seinem Bruttogehalt in eine bAV.

© STC Research

Obwohl der Arbeitnehmer 200 € seines Bruttogehalts investiert hat, spürt er effektiv am Monatsende davon nur eine Differenz von 107 €, die er weniger Netto hat, als vor der Entgeltumwandlung. Er spart zusätzlich also insgesamt 93 € an Steuern und Sozialabgaben.

Insgesamt ergeben sich somit folgende Vorteile für den Arbeitnehmer:

  • auf den Teil des Bruttogehalts, der in die bAV eingezahlt wird, werden Sozialausgaben und die persönliche Einkommensteuer gespart
  • nur auf das Einkommen, das anschließend verbleibt, fallen Abgaben und Steuern an
  • so wird mehr in den Vorsorgevertrag eingezahlt, als am Ende netto an Einkommen fehlt
  • für die Steuererklärung muss in der Ansparphase nichts weiter berücksichtigt werden

2.2 Wie profitiert der Arbeitgeber von der Entgeltumwandlung?

Durch die Entgeltumwandlung spart sich auch der Arbeitgeber die Sozialabgaben für den Teil des Bruttoeinkommens, welches vom Arbeitnehmer in die bAV eingezahlt wurde. Zahlt der Arbeitnehmer 180 € monatlich in eine bAV ein, kann der Arbeitgeber 36 € – also etwa 20%- einsparen. So kann der Arbeitgeber etwa 20% aller Sozialabgaben bei jedem Euro, den der Arbeitnehmer an Gehalt umwandelt, sparen. Da der Arbeitgeber Ersparnisse erhält, muss er diese zum Teil seit dem 01. Januar 2019 bei neu abgeschlossenen Entgeltumwandlungen zurückgeben. Daher ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, seinem Arbeitnehmer einen Zuschuss von 15% zu gewährleisten. Für bestehende Verträge gilt diese Regelung ab 2022.

3. Nachteile der Entgeltumwandlung im Alter

Während der Sparer bei der bAV im Berufsleben profitiert, entfällt diese im Alter mit Eintritt in die Auszahlungsphase wieder. Daher ergeben sich für die bAV mit Renteneintritt einige Nachteile:

  • In der Rentenphase müssen die Zahlungen aus der bAV versteuert werden. Aber meistens ist der Steuersatz geringer als im Erwerbsleben, da sich das Einkommen in der Regel reduziert. Außerdem gelten Vergünstigungen.
  • Rentner zahlen die vollen gesetzlichen Krankenkassenbeiträge alleine. Das beinhaltet sowohl die Arbeitnehmer- als auch die Arbeitgeberanteile auf die Auszahlung der bAV.
  • Die gesetzliche Rente fällt geringer aus. Da die bAV-Beiträge von dem Bruttolohn abzieht, zahlt man automatisch weniger in die gesetzliche Rente ein.
  • Bei schlechter Verzinsung und ohne Zuschuss des Arbeitgebers müsste man deutlich älter als 90 Jahre werde. Erst dann würde man die eingezahlten Beiträge wieder herausbekommen.

4. Wann ist die Entgeltumwandlung trotzdem sinnvoll?

Damit sich die Entgeltumwandlung im Alter auszahlt, müssen die Vorteile der bAV gegenüber den Nachteilen überwiegen. Das bedeutet, dass die Vergünstigungen bei Steuern und Abgaben, zusammen mit einem Arbeitgeberzuschuss und der Rendite des Vertrags in den Jahres des Ansparen, die Abzüge der Rente mehr als kompensieren müssen. Der Arbeitnehmer sollte nicht 100 Jahre alt werden müssen, um die eingezahlten Beiträge im Alter wiederzubekommen. Zur Bewertung der Rentabilität sind folgende Faktoren entscheidend:

  • Wie hoch sind die Vergünstigungen bei Steuern und Abgaben?
  • Wie hoch ist der Arbeitgeber-Zuschuss?
  • Welche Höhe hat die Rendite des Vertrags?

Mit dem vom Gesetzgeber eingeführten Arbeitgeber-Zuschuss von 15% kann eine bAV durchaus sinnvoll sind. Wichtig ist dabei, dass der Arbeitnehmer nicht ständig seinen Arbeitgeber wechselt. Denn es ist nicht gesagt, dass der neue Chef den alten bAV-Vertrag übernimmt. Daher ist die Rentabilität der bAV im Einzelfall zu prüfen.

5. Kontakt

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