Das Risiko als Berufsbegleiter-

welche Versicherungen Soldaten gegen Risiken schützen können.

© Thaut Images, Adobe Stock

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Wer Soldat wird, muss mit einem hohen Berufsrisiko leben –  denn besonders im Hinblick auf Auslandeinsätze lassen sich Gefahren nur schwer kalkulieren. Daher gilt es, sich schon als Berufsanfänger gegen alle Risiken abzusichern, die es inner- und außerhalb des Dienstes gibt. Wie das geht und welche Versicherungen Sie als Soldat brauchen, erklärt Ihnen STC im folgenden Überblick.

 

1. Die Berufslaufbahn bei Soldaten

Ein Einstieg bei der Bundeswehr ist auf viele verschiedene Arten möglich. Zum einen über den Grundwehrdienst, zum anderen über eine Ausbildung oder gar ein Studium bei der Bundeswehr. Wer sich nach dem Grundwehrdienst dazu entscheidet, sich für eine bestimmte Zeit verpflichten zu lassen, wird „Soldat auf Zeit“. Nach Ablauf dieser Zeit besteht die Möglichkeit, entweder den Beruf zu wechseln und außerhalb der Bundeswehr tätig zu werden (in einem „normalen“ Arbeitsverhältnis Arbeitnehmer, Arbeitgeber) oder Berufssoldat zu werden. So werden in der Regel auch viele der ehemaligen Studenten Berufssoldat. Als Berufssoldat gilt eine unbegrenzte Verpflichtung.

Werdegang Soldaten

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2. Versicherungsbedarf für Soldaten

 

Versicherungsbedarf

 

2.1 Krankenversicherung für Soldaten

Ihr Versicherungsbedarf hängt davon ab, ob Sie momentan Soldat auf Zeit oder Berufssoldat sind und welchen weiteren Werdegang Sie anstreben. Generell gilt, dass beide Berufsgruppen Anspruch auf freie Heilfürsorge haben (auch „unentgeltliche truppenärztliche Versorgung“ genannt). Nach diesem Prinzip übernimmt der Dienstherr die Krankenkosten zu 100%. Das bedeutet, dass Sie während Ihrer aktiven Dienstleistungszeit nicht krankenversicherungspflichtig sind. Was Sie allerdings nachweisen müssen, ist eine Pflegeversicherung.

So funktioniert die ärztliche Versorgung bei Soldaten

Wenn Sie als Soldat erkranken, müssen Sie den diensthabenden Arzt Ihrer Einheit aufsuchen. Damit können Sie keinen Arzt frei wählen. Ausnahmen dieser Versorgungsregel gibt es nur bei beispielsweise Unfällen oder plötzlich eintretenden Erkrankungen. Grundsätzlich werden die Kosten der Behandlung in Deutschland zu 100% abgedeckt – bei privaten Auslandsreisen allerdings nur anteilig nach der deutschen Gebührenordnung für Ärzte. Das bedeutet, dass Sie als erkrankter Soldaten die Kosten vorlegen müssen und keine 100% Deckung erhalten. Eine Lösung bietet hier der Abschluss einer Reiseversicherung.

Behandlungsbedarf Ausland Inland

 

Einschränkungen der Heilfürsorge während Ihrer Laufbahn

Die freie Heilfürsorge ist immer zeitlich als auch in ihrer Leistung beschränkt und umfasst nicht alle Familienmitglieder! Sobald Ihre aktive Dienstzeit beendet ist, verfällt Ihr Leistungsanspruch. Was darauf folgt, hängt von Ihrem Berufsstand ab:

Regelungen für Soldaten auf Zeit
Wenn Sie Ihren aktiven, befristeten Dienst beenden, verfällt Ihr Anspruch auf Heilfürsorge. Sollten Sie sich für einen anderen Beruf entscheiden, bedeutet das, dass Sie komplett aus dem Versorgungssystem der Bundeswehr ausscheiden. Damit gilt für Sie die gleiche Sozialversicherungspflicht wie für „normale“ Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt. Sollten Sie sich jedoch dafür entscheiden, Berufssoldat zu werden, so gelten die gleichen Regelungen für Sie, die aus dem Punkt „Berufssoldaten“ entnommen werden können.
Regelungen für Berufssoldaten
Als Berufssoldat haben Sie Anspruch auf freie Heilfürsorge bis Sie aus Ihrem aktiven Dienst ausscheiden. Das heißt, dass spätestens bei Pensionseintritt Ihr Anspruch auf Heilfürsorge durch Beihilfe ersetzt wird. Damit werden Ihre Krankheitskosten nicht mehr zu 100% übernommen, sondern nur noch bis max. 70% (i.d.R. eher um die 50%). Um Ihren Anspruch auf diesen Anteil gültig zu machen, müssen sie die restlichen Prozent (in diesem Fall 30, bzw. 50) durch eine privat ergänzende Krankenversicherung übernehmen. Bei Eintritt in eine gesetzliche Krankenkasse verfällt Ihr kompletter Anspruch auf Beihilfe.

 

Noch einmal zusammengefasst bedeutet das:

 

Soldaten Pensionierung

Da Sie spätestens bei Pensionseintritt eine private Krankenversicherung benötigen, ist eine Anwartschaftsversicherung in jedem Fall empfehlenswert. Durch einen frühen Abschluss entgehen Sie einer möglichen Gesundheitsprüfung im Alter und damit einhergehenden, höheren Beiträgen.

 

2.2 Dienstunfähigkeit bei Berufssoldaten

Sowohl als Zeit- als auch als Berufssoldat stehen Sie vielen Risiken gegenüber, die Ihre Arbeitskraft einschränken können.  Je nach Schwere der Einschränkung kann eine weiter Berufsausübung nicht mehr in Frage kommen. Daher gelten Soldaten als dienstunfähig, wenn sie infolge einer oder mehrerer Gesundheitsstörungen ihre Dienstpflichten dauerhaft nicht mehr erfüllen können und eine Genesung innerhalb eines Jahres nicht in Aussicht steht. Welche Folgen eine Dienstunfähigkeit haben kann und welche finanzielle Risiken diese birgt, zeigen wir Ihnen anhand Ihres Berufsstandes – denn gerade Zeitsoldaten brauchen eine gesonderte Absicherung.

Soldaten auf Zeit
Wenn Sie während Ihrem befristeten Dienst dienstunfähig werden, werden Sie entlassen. An dieser Stelle werden Sie dann rückwirkend in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert – ob Sie allerdings wirklich eine Erwerbsminderungsrente erhalten steht damit noch nicht fest. Als Voraussetzungen müssen Sie nämlich eine Mindestdienstzeit von 5 Jahren absolviert haben. Scheiden Sie vor dieser Zeit aus, erhalten Sie keine Erwerbsminderungsrente und stehen vor großen finanzielle Hürden.  Von daher lohnt sich eine Dienstunfähigkeitsversicherung für Soldaten auf Zeit allemal, denn mit einer gesetzlichen Rentenversicherung lässt sich kaum der gewohnte Lebensstandard für Sie und Ihre Familie beibehalten. Es entsteht eine Versorgungslücke, die komplett getragen werden muss.
Berufssoldaten
Werden Sie als Berufssoldat dienstunfähig, so werden Sie frühzeitig pensioniert. Das heißt, Sie bekommen zwar Versorgungsbezüge, aber die werden je nach Eintritt gekürzt. Ihr Ruhegehalt wird demnach pro vorzeitigen Ruhestandsjahr um 3,6% gekürzt (max. ~10%). Nur bei Wehrunfällen innerhalb des Dienstes werden bei Dienstunfähigkeit die Bezüge nicht gekürzt. Letztendlich fehl Ihnen damit eine große Lücke zu Ihrem normal zu erwartenden Gehalt, bzw. Pension. Eine Lücke, die Sie privat schließen müssen, wenn Sie nicht früh vorsorgen.

 

2.3 Diensthaftpflicht für Soldaten

  • Verlust von Dienstschlüsseln
  • Schäden an oder durch einen Dienstwagen
  •  dienstlicher Umgang mit Waffen/ Munition des Dienstherrn
  • Schäden, die aus dem Halten, Hüten oder Führen von Tieren, die zu dienstlichen Zwecken verwendet werden etc.

 

2.4 Altersvorsorge für Soldaten

Auch Ihre Situation bezüglich der Altersvorsorge variiert je nach Berufsstatus. Es ergeben sich folgende Szenarien:

AltersvorsorgeSoldaten

© STC Research

Die Situation für Soldaten auf Zeit

Nach dem befristeten Dienst entscheidet sich der Zeitsoldat, ob er als Berufssoldat weitermachen will oder die Bundeswehr verlässt. Wenn Sie sich als Zeitsoldat für einen Berufswechsel entscheiden, werden Sie rückwirkend in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert. Allerdings werden während der Dienstjahre keine Rentenbeiträge entrichtet.

Berufssoldaten: nur Pension, oder auch privat vorsorgen?

Die Gehälter von Beamten klingen für viele Menschen verlockend und gelten allgemein als attraktiv. Das kann sich allerdings mit der Pension ändern, denn worauf es hier vor allem ankommt ist der Diensteintritt und die Dienstdauer. Denn die Pensionshöhe richtet sich nach den geleisteten Dienstjahren: es gibt einen jährlich angepassten Faktor, der mit den absolvierten Berufsjahren multipliziert wird. Das Ergebnis stellt die Prozentzahl dar, die vom letzten Einkommen berechnet wird und somit die Pensionszahlung ergibt. Höchstmögliche Zahlung liegt dabei knapp um 70% des gewohnten Verdienstes:

Pensionsrechnung

Doch um die Pension zu bekommen, gelten die gleichen Voraussetzungen, die schon bei für eine Pension bei Dienstunfähigkeit aufgelistet wurden: der Berufssoldat muss 5 Dienstjahre vorweisen können und auf Lebenszeit verbeamtet sein. Daher gilt auch bei der Altersvorsorge: Wer nicht früh genug privat vorsorgt oder gar verfrüht aus dem Dienst ausscheidet, droht die Gefahr, leer auszugehen. Das Schaubild bei Punkt 2.2 zeigt Ihnen, welche Versorgungslücken entstehen können.

Riester-Rente für Berufssoldaten: Lohnt sich das?

Neben der privaten Altersvorsorge können Sie als weitere Alternative auch mit der sogenannten Riester-Rente vorsorgen. Denn Sie als Soldat haben durch Ihren Beamtenstatus Anspruch auf staatliche Zulagen.

Das bedeutet konkret: Wenn Sie einen eigenen Riester-Vertrag besitzen haben Sie die Möglichkeit neben Ihren eigenen Einzahlungen für Sie kostenfreie Zuschläge vom Staat zu erhalten, die in den Vertrag fließen. Die Höhe der Zulagen hängt von Ihrem Alter und Familienstand ab. Daraus ergeben sich folgende Beiträge im Überblick:

Dunkelblau: Grundzulagen pro Jahr

Hellblau: Laufende Zulagen pro Jahr

Grün: Einmalige Zulage

© STC Research

Die Wahl, wie viel Sie selbst einzahlen wollen, liegt ganz bei Ihnen. Doch um überhaupt in Genuss dieser Zulagen zu kommen, müssen Sie mindestens den Sockelbetrag von 60,- € im Jahr (umg. 5,- € im Monat) einzahlen. Allgemein wird der Beitragswert nach folgender Formel berechnet: 4% des rentenversicherungspflichtigen Einkommens des Vorjahres (max. 2.100,- €) abzüglich der Zulagen. Daraus ergibt sich ein Überblick, der verschiedene Einkommenshöhen enthält:

Einkommen Riester Beiträge

Sie sehen, die Riester-Rente ermöglicht es Ihnen, mit einem niedrigen (individuell bestimmbaren) Eigenbetrag eine große Summe in Ihrem Vertrag einfließen zu lassen. Diese finanzielle Spritze des Staates verschafft Ihnen ein gutes Polster für spätere Jahre.

 

 

3. Ihr individuelles Angebot

Sie sehen, dass Soldaten durch ihre hohe Verantwortung einen komplexen Versicherungsschutz benötigen – in allen Bereichen. Und dieser unterscheidet sich nochmals abhängig von Ihrem konkreten Berufsstand. Wenn Sie daher Fragen haben oder ein kostenfreies Angebot wünschen, können Sie uns gerne mit folgenden Formular kontaktieren:

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